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Georg von Wagner

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(K)ein Hexenwerk: Glasfaser und Richtfunk auf dem Brocken

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Der Brocken im Harz ist mit 1.142 Metern zwar nicht der höchste Berg Deutschlands – aber ganz bestimmt der mythischste und sagenumwobenste. Die Brockenhexen, die bei Nacht und Nebel um den Gipfel tanzen, sind seit Jahrhunderten berühmt, berüchtigt und gefürchtet. Schon Goethe, der als einer der ersten im Dezember 1777 eine Besteigung des Brocken im eisigen Winter wagte, schrieb über sie. Und Mini-Hexe Bibi Blocksberg, Liebling unserer Kinder, hat sich ihren Nachnamen von der volkstümlichen Bezeichnung des Berges geborgt. Doch der Brocken gilt auch als Deutschlands exponiertester Gipfel. Weil er die Umgebung so dominant überragt, eignet er sich hervorragend als Standort für Rundfunk- und Mobilfunkanlagen.

Der Richtfunk-Mast am Brocken

Hoch hinaus: der Sendeturm auf dem Brocken ist 115 Meter hoch.

Alles überragend: Der Sendeturm auf dem Brocken

Der höchste Punkt des Brocken ist genau genommen gar nicht der Gipfel – sondern der 115 Meter hohe Sendeturm von 1973. Rundfunk-Sendeanlagen gibt es dort oben schon seit den 1930er Jahren. Jetzt hat die Deutsche Telekom dort nicht mehr benötigte Richtfunkanlagen abgebaut, die durch Glasfaseranbindungen ersetzt wurden.

Dafür sind gleich mehrere Techniker und Monteure trotz kräftiger Windböen rund 35 Meter nach oben zu den Antennenanlagen geklettert. Michael Kluschke, Systemtechniker Field Operation bei der Telekom, erklärt vor Ort, worum es bei den Arbeiten geht: „Wir sind heute auf dem Brocken, um alte Richtfunkstrecken abzubauen. Die haben wir durch neue Technik ersetzt. Und weil die alten Anlagen nur noch Störwerk sind, bauen wir die heute mit unserem Team zurück, damit sie nicht mehr auf dem Brocken herumstehen.“

Abbau der Richtfunkantennen

Der Abbau der Richtfunkantennen ist nur etwas für Schwindelfreie.

Der Brocken-Mobilfunk: Fit für die Zukunft

Zumindest zum Teil wird der Richtfunk auf dem Brocken jetzt nicht mehr benötigt. Techniker Kluschke schildert, wofür diese Technik bisher zuständig war: „Sie hat die umliegenden Täler mit Breitband versorgt. Wir hatten zwei Strecken, die den Brocken mit Breitband versorgt haben, und vier bis fünf Strecken, die in die Täler hinein gegangen sind.“
 
Ab sofort sind der Brocken und auch die unterhalb gelegenen Orte Ilsenburg, Hüttenrode, Schierke und Wernigerode direkt mit Glasfaser ans Breitband-Internet angebunden. Diese Glasfaserstrecken ersetzen den bisherigen Richtfunk – nach gut 10 bis 15 Jahren „Dienstzeit“. Parallel wurden auch die Funk-Gegenstellen in den vier Orten abgebaut, deren Bürger jetzt von der Glasfaser profitieren.

So lief der Abbau

Stefanie Rüßmann, Regionalleiterin Ost bei der Technik der Telekom, ist eine der unerschrockenen Kletterinnen und Kletterer, die sich auf den Brocken-Sendeturm gewagt haben, also quasi auf den Gipfel des Gipfels. Und das selbstverständlich mit Seilen und Haken perfekt gesichert. Sie ist nach ihrem Einsatz ebenso begeistert wie durchgeschüttelt: „Man kann heute echt superweit gucken. Es ist klar, tolles Wetter, aber auch sehr stürmisch.“ Unbeeindruckt lassen solche schwierigen Bedingungen auch einen Profi wie sie nicht: „Ich hab‘ mir wirklich fast in die Hose gemacht. Gerade das Hochklettern bei diesen Windstärken – wenn man da nicht das Vertrauen in die Technik hätte, würden einem schon die Knie zittern.“

Stefanie Rüssmann

Regionalleiterin Ost bei der Technik der Telekom, Stefanie Rüßmann, kletterte mit hinauf.

Das haben die Telekom-Kunden davon

Nur wenig Zeit braucht Stefanie Rüßmann nach dem Abstieg um Auskunft zu geben zu den Vorteilen der neuen Glasfaser-Anbindung: „In erster Linie ist das ein Qualitätsgewinn. Denn Richtfunkstrecken sind sehr anfällig für Störungen. Gerade im Winter sammeln sich in und an den Richtfunkschüsseln große Eismengen an. Da kann es sein, dass man die dann wieder frei machen muss.“

Kein Wunder: Durch seine ungeschützte Lage in der norddeutschen Landschaft ist es auf dem Brocken im Winter ungefähr so kalt, windig und eisig wie in den Alpen auf 1.600 bis 2.200 Metern. Und das Klima dort oben ist mit Island vergleichbar. Im Gegensatz zu den Richtfunkantennen zeigt sich Glasfaser davon völlig unbeeindruckt. Das, so Stefanie Rüßmann, sorgt dafür, „dass die Kunden einfach ein besseres und stabileres Netz haben“.

Richtfunk – noch längst kein Auslaufmodell

Auch wenn auf dem Brocken jetzt ein Teil der Richtfunkanlagen abgebaut wurde – die Funktechnik, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer schneller wurde, ist nach wie vor kein Auslaufmodell. Dort, wo Glasfaser technisch und wirtschaftlich möglich ist, wird sie weiterhin genutzt.

 „Wir haben weiterhin die ländlichen Bereiche, die entlegenen Regionen, wo wir mit Glasfaser immer noch nicht hinkommen. Da wird Richtfunk auch in Zukunft seine Daseinsberechtigung behalten“, sagt Telekom-Techniker Michael Kluschke Nicht nur im Harz sorgt der Mix aus Glasfaser und Richtfunk also für schnelles, stabiles Internet – 365 Tage im Jahr, und nicht nur an Walpurgisnacht, wenn die Hexen auf dem Brocken tanzen.

Telekom-Techniker Michael Kluschke

Der Telekom-Techniker Michael Kluschke ist vor Ort am Abbau beteiligt.

Das ganze Video gibt es hier zu sehen:

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Markus Jodl

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