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Markus Jodl

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Wenn Bodo mit dem Bagger…

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Obwohl Glasfaserkabel durch strapazierfähige und zuverlässige Muffen geschützt sind, haben sie gegen einen Bagger im Eifer des Bau-Gefechts manchmal keine Chance und werden beschädigt. Das passierte im bayerischen Parsberg bei der Sanierung einer Bahnunterführung. Wir haben Messbauführer Oliver Kryscha bei der Reparatur begleitet.

Ein Glasfaserkabel wurde bei Bauarbeiten durch einen Bagger beschädigt.

Ein Glasfaserkabel wurde bei Bauarbeiten durch einen Bagger beschädigt.

"Denn wer baggert da so spät noch am Baggerloch?
Das ist Bodo mit dem Bagger und der baggert noch. "

Der großnasige Quickborner Barde Mike Krüger hat Deutschlands berühmtestem Baggerführer bereits 1980 ein musikalisches Denkmal gesetzt. Jetzt, 39 Jahre später, ist Bodo, der gerne mal "Baggermatsch" verursachte, wahrscheinlich längst im wohlverdienten Ruhestand. Aber seine Nachfolger, seine Kinder und Enkel, sitzen in ganz Deutschland nach wie vor am Baggersteuer. Und so passiert es bis heute, dass plötzlich eine Glasfaser-Muffe offen auf dem Boden liegt, und dass eine Leitung der Deutschen Telekom bei Bauarbeiten zerrissen wird. Kein Vorwurf an Bodos Erben, das kommt (leider) vor. Aber was passiert dann? Wie reagiert die Telekom? Und wie wird so eine kaputte Leitung wieder geflickt? Wir verraten es.

Glasfaser-Alarm in Parsberg

Die Bahnunterführung in Parsberg in der Oberpfalz, zwischen Regensburg und Neumarkt, musste dringend saniert und von acht auf 12,50 Meter verbreitert werden. Denn sie war bisher ein echtes Nadelöhr. Und durch dieses Nadelöhr fädeln sich nicht nur Fußgänger, Radler und Autofahrer – sondern auch Glasfaserleitungen der Telekom. Das heißt: Sie fädelten sich durch das Nadelöhr – bis zu jenem Donnerstagmittag um 14 Uhr, als bei Oliver Kryscha, Mess-Bauführer der Telekom, das Telefon klingelte. Obwohl die Telekom ihre Kabel in Absprache mit der Deutschen Bahn für die Zeit des Umbaus in die Mitte der Unterführung verlegt hatte, hat ein Bagger die Kabelanlagen zerrissen.

Was war passiert?

Dieses Kabel wurde vom Bagger auseinandergerissen und legte die Internetverbindung lahm.

Zerfetztes Glasfaserkabel

Oliver Kryscha erzählt, wie es nach der Schadensmeldung weiterging. "Ich habe von der Disposition den ungefähren Punkt der Beschädigung erfahren. Dann habe ich mir die Unterlagen angeschaut und auf dem Computer gespeichert, damit ich grob weiß, welche Kabellinien und -trassen hier liegen. " Und dann ging’s Richtung Baustelle, in der die (un)schöne Bescherung auf Anhieb zu erkennen war. "Das Ende vom Lied", so Kryscha, "waren fünf Glasfaserkabel". Genauer gesagt: Drei größere Hauptkabel und zwei Fernverbindungskabel. Sie waren ebenso gekappt – oder besser gesagt, zerfetzt – wie zwei Kupferkabel. Bodos Erbe hatte ganze Arbeit geleistet.

Was wird dann gemacht?

Einen Schaden zu finden, ist die eine Sache. Ihn dann aber auch zu beseitigen, auf einer Baustelle und noch dazu an einer vielbefahrenen Zugstrecke, ist eine ganz andere Herausforderung. Telekom-Mann Oliver Kryscha verrät, wie es nach solch einer Havarie weitergeht: "Als erstes wird geprüft, wie sich die beschädigte Trasse überbrücken lässt, damit der Regelbetrieb wiederhergestellt werden kann. " Im Fall Parsberg war das aber besonders schwierig, weil die Telekom durch eine belebte Baustelle nicht einfach ein neues Kabel bauen kann. Denn die Erfahrung hat Oliver Kryscha gelehrt: "Dann ist die Gefahr relativ groß, dass das in der nächsten Stunde wieder abgerissen wird. "

Obenrum statt untenrum

Die Lösung: für die Dauer der Bauarbeiten wurden die Kabel direkt unter die Gleise geführt, um erneute Schäden zu vermeiden.

Die Lösung: für die Dauer der Bauarbeiten wurden die Kabel unter die Gleise geführt, um erneute Schäden zu vermeiden.

Besonders die überregionalen Fernkabel waren als Hauptschlagadern des Telekom-Netzes extrem zeitkritisch. Um sie zu flicken und neu zu verlegen, hatten Oliver Kryscha und sein Team nach der ersten Schadensmeldung nicht zehn Wochen oder zehn Tage Zeit – sondern gerade mal zehn Stunden. Um Mitternacht sollten die Leitungen wieder stehen. Dieser extrem knappe Zeitplan, der beinahe nach einer Baggerwette bei "Wetten, dass..? " klingt, erforderte kreative Lösungen. Und die fanden die Telekom-Mitarbeiter. Sie verlegten die Fernkabel als Übergangslösung nicht in der Unterführung – sondern auf der Unterführung, in Rohren, die durch das Gleisbett der Deutschen Bahn geschoben wurden. "Die Züge sind für zehn bis zwanzig Minuten gesperrt worden, damit wir hier unter den Gleisen Rohre einbringen können", berichtet Mess-Bauführer Kryscha. "Und in diese Rohre sind dann die fünf Glasfaserkabel eingezogen worden. " Damit die Daten wieder fließen, mussten rund 500 Fasern geschweißt werden.

Und wann kommt alles wieder in Ordnung?

So soll es sein: Die Glasfaserstränge werden in Rohren in der sanierten Unterführung verlegt.

Die Glasfaserstränge werden in Rohren in der sanierten Unterführung verlegt.

Der extrem knappe Terminplan ließ leider keine Zeit mehr, bis Mitternacht auch die Kupferkabel umzuleiten. Das musste warten, bis die Baustelle für die Telekom wieder frei war. Dann wurden die Kupferkabel repariert. Und auch die Glasfaserstränge für die überregionale Versorgung konnten dann wieder in Rohre in der Unterführung verlegt werden. Bis alle Leitungen wieder funktionierten, mussten die betroffenen Kunden von Donnerstagmittag bis Dienstagmorgen auf Telefon und Internet verzichten. In diesem komplizierten Fall ging es leider nicht schneller. Endgültig abgeschlossen sind die Arbeiten an der Parsberger Bahnunterführung erst Mitte 2020. Aber die Kabel der Telekom sind hoffentlich nicht mehr in Gefahr.

"Er baggert gern weit, und er baggert gern tief.
Ja wo Bodo baggert, da geht nie was schief. "
 

Aber manchmal eben doch.

Bodo Bagger auch im Podcast:

Störungsbehebung im Video erklärt:

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Markus Jodl

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