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Hubertus Kischkewitz

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Telekom Netz Tour 2018 - Helden der Digitalisierung in Norddeutschland

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Die Telekom Netz Tour 2018 führt in den Norden Deutschlands. Eine Woche lang besuchen die vier Teilnehmer mit dem Wohnmobil die Helden der Digitalisierung. Hier ihre Geschichten.

Telekom Netz Tour 2018

...unser Arbeitsplatz während der Netztour (naja zumindest manchmal).

Die Tour bisher:

Die Musikbranche ist eine Blaupause der Digitalisierung

Die Telekom Netz Tour ist vorbei. Unser rollendes Büro ist nach 2.900 Kilometern beulenfrei zurückgegeben. Eine Woche lang sind wir mit dem Wohnmobil durch Niedersachsen und Hamburg gefahren und haben über spannende Netzthemen berichtet. Doch es gibt noch Nachschlag.

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Christian Baierle von Roba Music.

Wir liefern nämlich noch zwei Videos der Tour nach. In Neuenwalde hat uns Telekom-Techniker Patrick Albrecht etwas über seinen Job erzählt. Er sorgt sich mit rund 20 Kollegen vor Ort um den reibungslosen Betrieb der Mobilfunkstandorte in Norddeutschland. Patrick hat uns die Tür des Betriebsgebäudes einer Antennenanlage nahe der Autobahn 27 aufgeschlossen und uns die Technik vorgestellt.

Als Mitarbeiter der Einheit Field Operations begleitet er die Inbetriebnahme solcher Standorte und rückt sofort raus, wenn eine Störung vorliegt. Dann ist Eile angesagt, denn Standorte an den Autobahnen sollen so schnell wie nur möglich wieder volle Leistung bringen. In maximal vier Stunden sollen alle Dienste wieder laufen.

Bei der Behebung von Störungen greift deshalb ein von der Zentrale, die das Netz rund um die Uhr kontrolliert, gesteuerter Prozess. Kann dort bereits die Ursache der Störung eindeutig identifiziert werden, wird das notwendige Ersatzteil gleich per Kurier zu einem Übergabeort an der Route des Monteurs geschickt, um keine Zeit zu verlieren.

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In Hamburg haben wir den Musikverlag "Roba-Music" besucht. Geschäftsführer Christian Baierle hat uns erzählt, wie die Digitalisierung die Musikbranche verändert hat. Der Verlag ist Geschäftskunde der Telekom und braucht hohe Bandbreiten, um im weltweiten Geschäft erfolgreich zu sein. Musikdateien, etwa für Filmproduktionen, werden hin und her geschickt. Das muss schnell und ruckelfrei möglich sein. Der Austausch läuft über cloudbasierte Anwendungen, dabei entsteht gewaltiger Datenverkehr. Der Verlag hat beispielsweise die Rechte an 60.000 Musiktiteln.

Wie geht man als Verlag mit den neuen Medien um? Welches Geschäftsmodell mit welchen Angeboten und welcher Mannschaftsaufstellung ist das Richtige? Welche digitale Plattform muss wie bespielt werden? Baierle blieb keine Antwort schuldig. Er zeichnet ein spannendes Bild der Branche.

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Inselversorgung in der Nordsee

Am Ende der Telekom Netz Tour 2018 verlässt das Team das Festland und strebt auf die See hinaus. Die Teilnehmer erfahren, wie die Inseln im Wattenmeer versorgt werden.

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Das ist kein Schiff, Fachleute sagen "Ponton" dazu.

Der Netzausbau der Telekom lässt auch die Ostfriesischen Inseln nicht links liegen, obwohl der Aufwand immens ist. Bis auf Spiekeroog sind alle Ostfriesischen Inseln inzwischen mit Glasfaserkabeln ans schnelle Internet angebunden.

Dabei sind es nicht allein die technischen Herausforderungen, die die Versorgung der Inseln aufwendig machen. Die vor einem Bau notwendige Genehmigungsverfahren aufgrund der Umweltschutzauflagen füllen beispielsweise einen ganzen Ordner. Das Wattenmeer ist ein Biospährenreservat mit strengem Naturschutz. Und das ist gut so.

Heißt aber, es muss alles getan werden, um den Eingriff in die Natur so gering wie irgend möglich zu halten. Viele Behörden und Verbände sind bei einem Bauvorhaben eingebunden.

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Treffen auf dem Betriebsgelände der Firma Bohlen und Doyen.

Zwei Beispiele: Die Glasfaserkabel werden behutsam mit einem sogenannten Spülschwert in den Grund des Wattenmeeres eingelassen. Wie ein Pflug zieht dieses Gerät eine schmale und in der Regel ein Meter tiefe Furche in den Boden und spült gleichzeitig Schlamm zurück auf das Kabel, damit es abgedeckt wird. Und das Schiff, von dem aus das Kabel ausgerollt und herabgelassen wird, darf nur biologisch abbaubares Öl für seine Maschinen nutzen.

Beim Verlegen ihrer Kabel verlässt sich die Deutsche Telekom auf Spezialisten. Sie nutzt die Dienste der Firma Bohlen und Doyen, die seit mehr als 60 Jahren weit über die deutschen Grenzen hinaus nachgefragt ist.

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Ingo Kruse und Paul Hannen von der Telekom im Gespräch.

Renko Wessels, Abteilungsleiter Wasserbau, stand uns am fünften Tag der Telekom Netz Tour 2018 im Betrieb an den Kais von Wilhelmshaven Rede und Antwort.

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Renko Wessels, Abteilungsleiter Wasserbau der Firma Bohlen und Doyen im Interview.

Er lieferte interessante Einblicke ins Geschehen vor der Küste: Ist ein Kabel im Watt beispielsweise beschädigt, fährt ein Spezialschiff zur Schadstelle. Mächtige Pfeiler werden seitlich am Schiff auf den Boden abgesenkt. Mit ablaufendem Wasser bei Ebbe rutscht das Schiff an jenen Pfeilern hinab auf den Boden. Es lässt sich "trocken fallen". Die Netztechniker könnten trockenen Fußes an die Schadstelle, um mit Muffen und neuem Kabel die beschädigte Stelle auszubessern. Was Muffen genau sind, könnt Ihr in diesem Video hier sehen.

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Am Schiff befinden sich zwei große Pfeiler, die auf den Boden gesenkt werden können.

Ein weiterer Vorteil: Fest an den Pfeilern steht das Schiff wackelfrei im Watt.

"Die Schadstelle kann von der Vermittlungsstelle vom Festland aus mit einer optischen Messung auf wenige Meter genau eingegrenzt werden", erzählt Ingo Kruse, Teamleiter der Telekom in Leer. Vor einer Woche erst waren Telekom-Techniker erst draußen. Ihren Zeitplan für die Behebung der Störung gibt die Natur vor. So kann das Schiff wegen Ebbe und Flut nur bei einem bestimmten Pegelstand Stellen abseits der Priele erreichen.

Solche Besonderheiten der Inselversorgung sind es, die den Job für Ingo und die Kollegen interessant machen. Ingo und Paul Hannen erzählten uns im Interview auf den Wellen der Nordsee mehr darüber. Hier unsere beiden Videos des Tages.

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Selbst mit anpacken auf der Baustelle

Über den Ausbau reden kann jeder. Doch das Team der Telekom Netz Tour 2018 will ihn erleben, will wissen, was es bedeutet Kabel zu legen. Darum packen sie auf zwei Baustellen selbst mit an. Eine harte Erfahrung.

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Unter praller Sonne verlegen Markus und Thorben die Pflastersteine des Gehwegs.

Näher ran geht nicht: Am vierten Tag der Tour packen Markus und Thoben selbst mit an beim Netzausbau. Als Praktikanten auf zwei Baustellen in Amelinghausen und Barendorf - beide sind Ortschaften im Landkreis Lüneburg. Dort hat die Telekom eine Ausschreibung für den Glasfaserausbau gewonnen.

16.000 Haushalte wird sie mit Glasfaserkabeln bis ins Haus versorgen. 1.200 Kilometer Kabel werden dafür verlegt. Die Bürger der beiden Ortschaften können dann mit Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit surfen.

Vorher wird aber auf vielen Baustellen mächtig geschwitzt. Das wissen Markus und Thorben jetzt nur zu gut. Den beiden Laptop-Tätern rinnt schon nach wenigen Minuten mit Schippe und Schaufel das Gesicht hinunter.

Bei Übung eins müssen sie einen Gehweg mit aufgraben, in den später ein Speedpipeverband gelegt wird. In die farblich markierten Kunststoffröhrchen wird in einem nächsten Schritt dann Glasfaserkabel hineingeblasen.

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Markus kämpft mit den Speedpipes.

Oft stößt man beim Graben auf überraschendes. Auch hier: ein mächtiger Betonstreifen trotzt den beiden. Da muss schwereres Geschütz und fachmännische Unterstützung her.

Das bremst den Eifer der beiden keineswegs, obwohl die Sonne ohne Erbarmen vom Himmel brennt. Und das Thermometer höher und höher klettert. Passend zum Einsatz berichtet die Landeszeitung für die Lüneburger Heide über Helden der Hitze, lobt in seinem Aufmacher Bauarbeiter für deren Knochenjob.

"Wir müssen mit jedem Wetter klarkommen", kommentiert Baubegleiter Manuel Belke von der Firma Ludwig Freytag auf der Telekom-Baustelle gelassen die Lage. "Bei uns gibt es kein hitzefrei. An heißen Tagen fangen wir früher an und hören auch mal früher auf. Außerdem gibt's jede Menge Wasser. Morgens vor Baubeginn wird ein umfangreiches Depot eingerichtet."

Thorben und Markus verdichten mit der Rüttelplatte den Boden.

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Thorben an der Rüttelplatte.

Sie ziehen Speedpipes von der Kabeltrommel. Heben mit der Spitzhacke Pflaster hoch.

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Thorben und Markus ziehen die Speedpipe von der Trommel.

Immer wieder gibt es Tipps von den Profis - die allerdings durchaus vergnügt das Geschehen auch mal aus der Entfernung betrachten.

Zu guter Letzt kommt die Feinarbeit. Beim Abschluss der Bauarbeiten für einen Hausanschluss. Mit einem Glätter streichen sie den Sand glatt, um die Pflastersteine wieder exakt zu legen. Für Markus eine Frage der Ehre: "Das muss genauso gut werden wie vorher. Ich will keine Beschwerden hören."

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Markus und Thorben legen Pflastersteine.

Rund 15 Hausanschlüssen schafft eine Kolonne am Tag. Im leichten sandigen Lüneburger Boden hilft dabei die sogenannte Erdrakete. Exakt 60 Zentimeter unter dem Gras oder einer Straße wird sie von einer kleinen Grube zur einer anderen Stück für Stück mit Pressluft getrieben und zieht ein Leerrohr hinter sich her durch den Boden. Die Hausbesitzer sind froh, dass nicht der ganze Vorgarten aufgegraben werden muss.

An die Rakete trauen sich die beiden Praktikanten übrigens nicht. Denn das will gelernt sein. Wird die diese beim "Abschuss" nicht exakt in der Höhe und Richtung angesetzt, verfehlt man in zehn Meter Entfernung das Ziel schnell um ein ganzen Meter. Das kostet Zeit. Und die will niemand beim Netzausbau verlieren.

Wer Markus und Thorben schwitzen sehen will, sollte sich auch unsere beiden Video mit den Baustellen-Praktikanten ansehen.

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Auf dem Leuchtturm: Von Deichen und Mobilfunk

Tag drei der Telekom Netz Tour 2018. Wir besuchen Thomas Fannasch, der uns für den Videodreh auf einen der schönsten "Mobilfunkmasten" mitnimmt, den wir je gesehen haben.

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Das alte Leuchtfeuer in Grünendeich. Seit mehr als 100 Jahren hilft es den Seeleuten. Jetzt auch den Mobilfunknutzen.

Nach 160 Stufen und gefühlt 20 Schrauben um die eigene Achse fällt dem ungeübten Turmbesteiger für kurze Zeit das Atmen schwer. Doch der Rundblick oben in 35 Meter Höhe entschädigt vollauf. Das Alte Land, das deutsche Obstbau-Mekka schlechthin, liegt uns zu Füßen. Nur gut 500 Meter entfernt fließt die Elbe von Hamburg zur Nordsee.

Thomas Fannasch bedauert, "dass jetzt kein großes Containerschiff vorbeizieht. Das wäre ein zweites Mal atemberaubend", sagt er. Seine Augen glänzen, als er hinzufügt: "Die Riesen sind mehr als 300 Meter lang und müssen schon draußen bei Einfahrt in die Deutsche Bucht bremsen, um im Hamburger Hafen anlegen zu können."

Doch auch das alte Leuchtfeuer in Grünendeich hat es ihm angetan. Seit mehr als 100 Jahren schon hilft es den Lotsen an Bord der Schiffe, unfallfrei bis in den Hamburger Hafen vorzudringen. "Der Turm ist für mich eine der schönsten Mobilfunkanlagen in Deutschland", schwärmt er.

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Thomas Fannasch sucht im engen Austausch mit den Kommunen die besten Standorte für Mobilfunkanlagen.

Thomas selbst ist ein Nordlicht durch und durch. Schon seit 16 Jahren ist er der Ansprechpartner für Kommunen, wenn es um Mobilfunk geht. Er versucht also, mit ihnen gemeinsame Lösungen zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung zu finden. Er ist zuständig für Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein.

Von der hohen Warte aus, am dritten Tag unsere Telekom Netz Tour, erzählt uns Thomas, welche Anstrengungen die Telekom unternimmt, um den Mobilfunk im Norden zu verbessern. "GSM ist dabei nicht das Thema. Diese Versorgung ist sehr gut", sagt er. Es geht um LTE. "Denn gerade in den letzten Jahren ist der Datenhunger exponentiell gewachsen. In dieser Dynamik habe ich das in den Jahren vorher noch nicht erlebt", sagt er.

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Aufwärts geht es: Die Antennenkabel verbinden die Antennen oben im Turm mit der Übertragungstechnik im Fuß.

Deshalb wird sein Job auch nach so vielen Jahren nicht langweilig. Er muss und will die Gemeinden überzeugen, ihn bei der Suche nach geeigneten Standorten zu unterstützen.

Leuchttürme helfen - sie sind schon da, müssen nicht mehr gebaut werden. Doch nur drei stehen so, dass diese auch aus funktechnischer Sicht ins Netz der Telekom passen. Wie die Zellen einer Bienenwabe müssen sie ein lückenloses und harmonisches Ganzes ergeben. Erschwerend kommt das Thema Statik hinzu. Nicht alle können beziehungsweise dürfen das Gewicht der Antennen noch tragen.

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Die schwarzen Antennen am Geländer sind von unten kaum zu erkennen.

Sechs Antennen sind es am Leuchtfeuer in Grünendeich. Sie decken drei Sektoren ab und damit das Gebiet rundum. Den Ort wie rund drei Kilometer Flusstrecke. "Es ginge mehr", sagt Thomas, "wären da nicht die Berge". "Welche Berge?", ich suche angestrengt, sehe aber nur plattes Land. "Deiche sind meine Berge", erklärt Thomas mit ernstem Gesicht. "Manche sind sieben Meter hoch und werfen einen Funkschatten auf das dahinter liegende Land. Wir müssten die nächste Antenne auf den Deich bauen. Das ist aber verboten. Hochwasserschutzgebiet."

Wieder was gelernt: "Deiche sind Berge". Wir steigen ab. Das geht deutlich leichter. Und Thomas' Satz wirkt nach und wird mir mit jedem Mal sympathischer.

Mehr zum Gespräch mit Thomas und zur Mobilfunkversorgung im Norden, gibt es in unseren Videos.

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Handyrecyling: Zerstören für die Nachhaltigkeit

Türen öffnen, die sonst geschlossen bleiben. Das war auch unser Motto zum Start des zweiten Tages der Telekom Netz Tour 2018. Nach denen der großen Halle des Disaster Recovery Management der Telekom am Montag waren es wieder gewaltigen Türen. Und zwar jene der Firma Electro Cycling in Goslar.

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Markus ist ins Drehen vertieft.

Deren Bezug zur Telekom ist ein doppelter: So ist die Firma eine 25prozentige Tochter der Telekom, was kaum einer weiß. Und für den Konzern ist Electro Cycling auch unterwegs in Sachen Nachhaltigkeit: Erste sichtbare Hinweise beim Rundgang liefern Gitterboxen voller alter Handys, die recycelt werden sollen.

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So kommen die alten Geräte an. Bald geht es in den Schredder.

2,6 Millionen Endgeräte hat die Telekom auf verschiedenste Art und Weise seit dem Jahr 2003 gesammelt - das ist Rekord in Deutschland. 85 Prozent davon kommen zum Recycling, 15 Prozent können wiederverwendet werden.

Alte Handys sind nur ein Teil dessen, was in Goslar mit unzähligen Lastwagen herantransportiert wird. Die Firma verarbeitet im Jahr 60.000 Tonnen Elektroschrott und beschäftigt 220 Mitarbeiter. Altmaterial der Telekom sind beispielsweise auch alte GSM-Schränke und Router.

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Elektro-Schrott in Containern.

Prachtstücke der Firma sind Schredder Anlagen. Die gewaltigste ist im Außenbereich: Was über die großen Greifarme und Schaufeln der unablässig hin- und her fahrenden Bagger in der Anlage landet, hat keine Chance, die alte Form zu behalten.

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Der große Schredder.

So wandert der Schrott über Rollbänder unter eine mächtige Walze, die mit zwölf Hämmern bestückt ist. Jeder einzelne Hammer wiegt 96 Kilo. Und die Walze dreht sich in atemberaubenden Tempo. Mit 750 Umdrehungen pro Minute zerkleinert sie den Elektroschrott. Ein VW-Polo wäre in dieser Maschine innerhalb von 20 Sekunden nur noch Granulat.

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Was von den Smartphones übrig bleibt.

Sicherheit wird bei Elektrocycling in vielerlei Hinsicht groß geschrieben. Beim Arbeitsschutz ebenso wie beim Datenschutz: Da die Smartphones zum Teil noch persönliche Daten enthalten, wandern diese, bevor der Schredder seinen Hunger stillt, in einen Sicherheitsbereich. Dort werden beispielsweise die SIM-Karten herausgenommen und direkt händisch zerstört.

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Hier werden die besonders sensiblen Teile transportiert,

Dann erst geht es ab in den Schredder: Die gewaltige Anlage sortiert übrigens während des Zerkleinerns gleich die verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Plastik, Kupfer, Eisen oder Aluminium. So können diese hinterher einzeln weiterverarbeitet und wiederverwendet werden.

Mehr über die Abläufe des Recyclings zeigt unser Video. Die Geschäftsleitung blieb uns keine Antwort schuldig

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In ihren Schredder-Anlagen verwertet Electro Cycling natürlich nicht nur Handys, sondern Elektro-Geräte aller Art. Waschmaschinen, Fernseher und Staubsauger, oder auch alte GSM-Schränke und Router der Telekom.

Was zunächst eindrucksvoll ist stimmt auch nachdenklich: auf rund 300 Quadratmetern Fläche türmen sich alte Fernseher und Computer. Geräte, die innerhalb von nur zwei Tagen in einem Umkreis von gerade einmal 100 Kilometern auf von Sammelplätzen herangefahren wurden.

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Tour-Start bei der schnellen Eingreiftruppe

Ob beim Rock-Festival in Wacken, beim Luther-Jubiläum in Wittenberg oder beim WM-Public Viewing in Hamburg. Ob bei Verwüstungen nach einem Hochwasser der Elbe oder nach einem Wirbelsturm, der über das Sauerland tobte: Das Netz der Telekom muss funktionieren und Höchstbelastungen standhalten. Weil dem so ist, gibt es das Disaster Recovery Manager der Telekom, kurz DRM.

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Beim Video-Dreh in den Hallen des DRM

Das DRM ist jene schnelle Eingreiftruppe, die mit spezieller technischer Ausrüstung Verbindungen in Notfällen oder Ausnahmesituationen sicherstellt, im Festnetz wie im Mobilfunk. Klingt spannend und ist es auch. Und weil dem so ist, das DRM die perfekte Adresse für die erste Station unserer Telekom Netz Tour 2018.

Die graue große Halle in einem Gewerbegebiet mitten in Deutschland verrät von außen nichts Spektakuläres. Doch das Innere hat es in sich. Rund 35 weiße große Container bestimmen das Bild. Vollgepackt mit Übertragunstechnik, Serverschränken, Glasfaserkabeln. Was genau und warum das alles hier lagert, erläutern unsere Interviewpartner im Video.

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Die Zahlen und Fakten, die uns die Gesprächspartner nennen, sind beeindruckend. Sollte einmal irgendwo in Deutschland nach einem Hochwasser oder einem Großbrand eine komplette Vermittlungsstelle ausfallen, rollt bereits zwei, drei Stunden nach der Notfallmeldung ein Lkw aus der Halle. Huckepack hat er einen oder zwei Container. Vollgepackt mit Technik können sie eine feste Vermittlungsstelle für Monate ersetzen. Innerhalb von nur 48 Stunden sind die ersten Kunden über die mobilen Netzknoten wieder mit der Welt verbunden. Rund 35 Container stehen abrufbereit in der Halle. Wie gesagt, mitten in Deutschland. Von hier aus ist man ebenso schnell im Osten, Norden, Westen oder Süden der Republik.

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Rund 35 Container stehen in den Hallen des DRM bereit. Sie können eine Vermittlungsstelle innerhalb von 48 Stunden ersetzen.

Andere Lastwagen tragen oder ziehen eine mobile Basisstation. Mit LTE, UMTS und GSM-Antennen bestückt, sichern diese Sprach- oder Datenverkehr. "Zumeist bei Open-Air-Events", ist Jürgen Krüler froh. Rund 300 Einsätze werden es in diesem Jahr sein. Der Bedarf wächst stetig. Vor allem in den Sommermonaten. Bis in 40 Meter Höhe ausgefahren, sichern die Antennenträger in großen Zellen die Mobilfunkversorgung und stellen per Richtfunk über lange Strecken die Übertragung ins Glasfasernetz der Telekom sicher.

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Heinrich Sprott, Teamleiter Disaster Recovery Management, steht dem Team Rede und Antwort.

Die Techniker berichten voller Stolz über ihre Arbeit. Im Besprechungsraum hängen Fotos der Großeinsätze vergangener Jahre. Festgehalten sind die heikelsten Momente der Krisen. Ich selbst erinnere mich: Beim verheerenden Elbehochwasser 2002, als weite Teile Dresdens und den Elbauen unter Wasser standen, habe ich selbst mit Kollegen nachts Sandsäcke auf den Elbedeich gestapelt. Vergeblich, der Deich hielt, aber das Wasser setze von hinten heranfließend unsere Vermittlungsstelle unter Wasser.

Hubertus Kischkewitz steht im Hochwasser.

Hubertus Kischkewitz hat auch schon die unangenehmen Seiten der Elbe erlebt - hier steht er im Hochwasser bei Pirna im Jahr 2013

Steht Wasser zu hoch in einer Vermittlungsstelle und kommt in Kontakt mit einer Stromquelle, bedeutet das Lebensgefahr für die Techniker, die dort arbeiten. Bei einem Kurzschluss kann wertvolle Technik zerstört werden. Aus sicherer Entfernung stellen die DRM-Katastrophenhelfer dann mit ihren Kollegen aus den Niederlassungen vor Ort die Verbindung für die Kunden aus den Containern heraus sicher.

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Technik pur: So sieht das Innere eines der Container aus.

Wie viele Kilometer Glasfaserkabel auf den Trommeln in der Halle lagern, wissen sie selbst nicht auf Anhieb. Ich will auch nicht weiter bohren. Ich betrachte lieber fasziniert, wie sie einen mit Schaltschränken vollgepackten Container nach und nach mit noch mehr Technik bestücken. Das Gewicht der weißen Box erreicht so mehr als 12 Tonnen. 12.000 Kilo, die sie dann millimetergenau auf den Anhänger heben.

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Millimeterarbeit beim Verladen des Containers.

Unser Video zeigt, wie der erste Tag der Telekom Netz Tour 2018 sonst noch verlief.

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Die Themen der Telekom Netz Tour 2018

Das Packen hat begonnen. Die Akkus von Videoausrüstungen, Spiegelreflexkameras und Copter hängen an den Ladestationen. Es geht los zur vierten Telekom Netz Tour 2018. Das liegt auf dem Weg.

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Hier liegt das Kabel im Watt.

Diesmal geht es in den Norden und Nordosten Deutschlands. Wir, Maximilian, Thorben, Markus und Hubertus, berichten zwischen Stade und Goslar über spannende Themen rund ums Telekom-Netz. Wir besuchen die Menschen, die das Netz nutzen. Wir begleiten "Helden der Digitalisierung". Jene Menschen, die Glasfaserkabel verlegen. Bei Wind und Wetter. Und jene, die dafür sorgen, dass unser Netz mit bester Technik funktioniert.

Die Stationen der Telekom Netz Tour 2018

Konkret geht es los am Montag beim Disaster Recorvery Management, die Kollegen kommen immer dann ins Spiel, wenn das normale Netz nicht ausreicht oder verschwunden ist. Typischer Einsatz sind Naturkatastrophen, wie beispielsweise der Elbehochwasser. Aber auch Großereignisse wie ein G7-Gipfel oder Großveranstaltungen wie Rock am Ring. Mobile Vermittlungsstellen sind innerhalb kürzester Zeit aufgebaut, um Telefonie und Internet für Tausende sicherzustellen.

Dienstag ist Handy-Recycling das Thema. Wir sind dabei, wenn kräftige Maschinen Kunststoffgehäuse schreddern und alte Smartphones und SIM-Karten zu wertvollen Rohstoffquellen werden. Mit rund 2,6 Millionen gesammelten Geräten seit 2003 ist die Initiative der Telekom die erfolgreichste Handysammelaktion in Deutschland.

Mittwoch geht es höher hinauf in den Norden. Etwa nach Grünendeich zwischen Hamburg und Stade gelegen. Thema ist die Mobilfunkversorgung im Küstenbereich. Und warum im platten Land Deiche zu Bergen werden, die Probleme erzeugen. Leuchttürme helfen Seefahrern – und manchmal auch den Funknetzplanern.

Diese haben auch den Grundstein gelegt, damit wir unsere nächste Anlaufstation anfahren können. Eine "Mobilfunk-Baustelle" der Autobahn. Steht ein Mobilfunkstandort aus Sicht der Netzplaner, geht es an dessen Aufbau. Wir werden am Mittwoch dabei sein, wenn die Technik an den Masten kommt.

Weiter geht es, ins Getümmel nach Hamburg. Zu Roba-Musik. Wie keine andere Branche hat die Musikbranche die Kraft der Veränderung durch Digitalisierung schon erlebt. Aus dem Tal der Tränen heraus haben sich neue Möglichkeiten ergeben. Spotify ist ein Stichwort dafür.

Welch radikaler Wechsel der Szenerie: Vom Parkett geht’s am Donnerstag in den Dreck. Dem Studio folgt der Schacht. Wir spucken in die Hände und leisten nahe Lüneburg Freiwilligen-Dienst an der Schippe. Der Mangel an Tiefbaukapazitäten ist ein Problem beim Glasfaserausbau. Was die Tiefbauer leisten und wie 60.000 Kilometer Glasfaser in diesem Jahr in die Erde kommen - dieses Rätsel wird am Donnerstag gelüftet.

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Für die Inselversorgung wird im Watt das Kabel in einem Graben verlegt. Wir werden uns die Inselversorgung ansehen.

Das Finale startet Freitag in Wilhelmshaven. Bei der Versorgung der Nordseeinseln bauen die Wellen der Nordsee so mache Hürde auf. Wie funktioniert trotzdem die Breitbandversorgung? Im Jadebusen wird gepingt. Was das ist und warum das getan wird? Die Erklärung folgt am Freitag.

Diesmal ein rollendes Büro

Bei der #tnt18 kommt so mancher Kilometer zusammen. Um das stramme Programm bewältigen zu können, wird ein Wohnmobil zum rollenden Produktionsbüro. So flexibel unterwegs dürfte uns sicher noch so mancher Beifang gelingen. Es lohnt sich also "mitzufahren".

Die Teilnehmer der #tnt18

Wir, Markus Jodl und Hubertus Kischkewitz (Kiki), sind Pressesprecher und Blogger bei der Deutschen Telekom. Thorben Stange ist enger Mitarbeiter von Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie Telekom Deutschland. An unserer Seite wird wieder Maximilian Mantz reisen. Seine Aufgabe: Die Kamera auf alles halten, was für Euch interessant sein könnte, und daraus ansprechende Beiträge für unseren YouTube-Kanal schneiden.

Hier könnt Ihr der Telekom Netz Tour 2018 folgen

Telekom Netz Tour 2018

Was bisher geschah

Wie kommt schnelles Internet auf eine kleine Nordseeinsel? Und was hat Glasfaser mit Gemüse zu tun? Mit Fahrrad, Bahn oder Auto reisen unsere Reporter quer durch Deutschland und erzählen Geschichten rund um die Digitalisierung.

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