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Hubertus Kischkewitz

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Waldshut-Tiengen: Warme Kabel im kalten Winter

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Waldshut-Tiengen in Baden-Württemberg ist ein Musterbeispiel, wie der Glasfaser-Ausbau auf dem Land gelingen kann. Warum erklären wir hier.

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Einige Kilometer Rohre müssen für die Glasfaser neu verlegt werden.

"Tief im Südwesten, wo die Sonne nie verstaubt." Hier liegt, frei nach Herbert Grönemeyer, die Große Kreisstadt Waldshut-Tiengen. Zwischen Hochrhein und Schwarzwald, unmittelbar an der Schweizer Grenze, leben die Menschen in einer wahren Bilderbuchlandschaft. Die rund 24.000 Einwohner sind von der Sonne verwöhnt.

In Sachen schnelles Internet könnte der Verwöhnfaktor dagegen noch etwas höher sein. Denn auch wenn die Telekom einen Großteil der Stadt schon vor Jahren ans Breitbandnetz angeschlossen hat, blieben einige Ortsteile zunächst außen vor.

Doch das ändert sich jetzt, dank der vorbildlichen Unterstützung der Kommune. Wir verraten, wie die Menschen in Waldshut-Tiengen vom Engagement der Stadt profitieren. Und wir erklären, warum dafür Glasfaserkabel angewärmt werden müssen.

Schnelles Netz für Waldshuet-Düenge

Waldshuet-Düenge - so nennen die alteingesessenen Einwohner ihre Stadt auf gut Alemannisch. Das klingt gemütlich, beinahe schon Schwyzerdütsch. Und es passt in die traumhaft schöne Region am Hochrhein.

Für den Internetausbau ist die ländliche Struktur allerdings nicht ideal, denn dadurch sind lange Kabelstrecken erforderlich. Und das sorgt für langwierige und teure Bauarbeiten. Deshalb waren die Ortsteile Aichen, Detzeln, Gaiß-Waldkirch, Gurtweil-Ost, Oberalpfen, Schmitzingen sowie ein Teil von Eschbach bisher nicht mit Breitband versorgt. Hier war ein Ausbau ohne Zutun der Kommune und ohne öffentliche Forderung schlichtweg nicht machbar.

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Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Dr. Philip Frank

Durch das Engagement der Gemeinde klappt es nun aber doch. Sie hatte die schnelle Internetversorgung dieser Ortsteile öffentlich ausgeschrieben - gemäß dem Motto von Oberbürgermeister Philipp Frank: "Das Internet ist für uns heute so wichtig wie Gas, Wasser und Strom."

Eine Ausschreibung, ein Angebot

Die Telekom war schlussendlich das einzige Unternehmen, das auf die Ausschreibung der Kommune hin ein Angebot abgab. Die Wettbewerber hielten sich zurück.

Für den OB bedeutete das aber keine schlechte Nachricht: "Das stellt für uns kein Problem dar, weil die Telekom ein sehr erfahrenes Unternehmen auf diesem Gebiet ist. Wir sind froh, dass wir hier mit der Telekom kooperieren können." 710 Haushalte, 172 Gewerbetreibende und 23 weitere Kunden erhalten zeitgemäßes, schnelles Internet. Für die große Mehrheit von 85 Prozent der Menschen bedeutet das ein Tempo von 100 Megabit pro Sekunde. Beim Rest sind es immer noch flotte rund 50 Megabit pro Sekunde.

So wichtig ist schnelles Internet für Waldshut-Tiengen

Für Oberbürgermeister Philipp Frank (51), seit 2015 im Amt, ist schnelles Internet für seine gesamte Gemeinde eines der zentralen Anliegen. Mit dem aktuellen Ausbau kommt er diesem Ziel ein großes Stück näher. Denn er weiß: "Das ist eine der ersten Fragen, die uns erreichen, wenn die Menschen sich entscheiden, zu uns zu kommen, ob als Einzelperson oder Gewerbetreibende: Wie schnell ist das Internet bei Euch?"

Sein Rathaus geht dabei mit gutem Beispiel voran: "Unsere Dienstabläufe und Kommunikationsprozesse laufen zu 80 Prozent digital. Bürgerkontakt, Kultur, Ticketbuchungen, das sind alle Prozesse, die wir digital steuern. Und darum ist es ganz wichtig, dass wir hier ein verlässliches und vor allem ein verlässlich leistungsfähiges schnelles Internet haben."

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Wenn das Wetter zu schlecht wird, behindert das den Ausbau - vor allem zu kalt darf es nicht werden.

Ausbau mit Tücken

36 Kilometer Glasfaserkabel und 25 Kilometer Tiefbau in teils felsigem Gelände sind notwendig, um die gut 900 neuen Anschlüsse zu realisieren. Telekom-Bauleiter René Fischer: "Das ist eine Herausforderung für Mensch und Maschinen." Begonnen haben die Arbeiten bereits im August 2019. Mehrere Kolonnen arbeiten seitdem auf verschiedenen Baustellen parallel. Im Winter wird der Ausbau zu einem Wettlauf mit der Zeit.

Auch wenn die Arbeiter selbst bei widrigstem Wetter graben und buddeln, stößt auch dieser Einsatz irgendwann an Grenzen. "Es gibt ein Szenario, bei dem wir nicht viel machen können, und das ist Bodenfrost. Wenn wir bis zu einem Meter Frost haben, wird es schwierig mit dem Tiefbau", erklärt Bauleiter Fischer. Weiteres Hindernis: Die Asphalt-Mischwerke können bei großer Kälte nicht mehr liefern. Doch für ein Problem gibt es ein überraschendes Rezept: Glasfaserkabel lassen sich unter fünf Grad Celsius nicht mehr einblasen. Denn dann werden sie spröde und drohen zu brechen.

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René Fischer, Aufbauleiter Telekom Technik

Bauleiter und Glasfaser-Experte René Fischer verrät, was auf Winter-Baustellen dagegen hilft: "Die Tiefbaufirmen müssen die Kabel vorwärmen. Sie werden in einer Halle gelagert, in der es recht warm ist. Dadurch gefriert die Schmierflüssigkeit in den Kabeln nicht. Und so können die Fasern nicht brechen." Warme Kabel im kalten Winter fürs heiß ersehnte schnelle Internet - man muss sich nur zu helfen wissen!

Schnelles Netz statt langsamer Notlösung

Dass Breitband für die bisher schlecht versorgten Ortsteile von Waldshut-Tiengen überfällig ist, zeigt das Beispiel von Landwirt Christian Maier, der rund 20 Autominuten vom Zentrum entfernt die Pferdepension Allmut mit Ackerbau und Legehennen betreibt. Er erklärt, wofür er Internet benötigt: "Wir nutzen es zum Kundenverkehr, zum Verschicken von Rechnungen oder zum Stellen von Anträgen. Im modernen Ackerbau muss man ja alles dokumentieren."

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Landwirt Christian Maier kümmert sich um sein Pferd

Eigentlich ist sein Hof auf dem neuesten Stand der Technik, einschließlich GPS-gesteuertem Traktor für die Felder. Nur am schnellen Netz hapert es bisher: "Wir vermissen die Bandbreite. Denn momentan haben wir einen Eigenbau mit Richtfunkanlage mit 12 Megabit. Es reicht, es ist besser als nichts - aber im modernen Zeitalter ist es einfach zu wenig."

Doch das ändert sich nun, dank seiner Gemeinde, die sich vorbildlich für die Internetversorgung ihrer Bürger einsetzt. Dafür hat auch Telekom-Bauleiter René Fischer großes Lob parat: "Genehmigungsverfahren sind hier überhaupt kein Problem. Mit der Stadt Waldshut-Tiengen funktioniert alles wunderbar." Wenn die Telekom zum Beispiel auf Privatgrund graben oder einen Verteilerkasten aufstellen muss, geht ein kommunaler Ansprechpartner auf die Eigentümer zu - und versucht, eine schnelle und für alle Beteiligten optimale Lösung zu finden. Und so geht es in Sachen schnelles Internet zügig voran, tief im Südwesten.

Die ganze Geschichte im Video

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Hubertus Kischkewitz

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Rottweil: Hier macht schnelles Internet Schule

Wir brauchen nicht nur Industrie 4.0 sondern auch Ausbildung 4.0. Im Landkreis Rottweil bekommen die Schulen jetzt Glasfaseranbindung und zeigen, was geht.

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