Konzern

Martina Weidmann

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Auf Achse mit IoT

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Die Herausforderungen sind für fast alle Branchen gleich: Fachkräftemangel, steigende Energiekosten und mit der verteilten Fertigung fehlende Transparenz. Auch Logistikunternehmen müssen sich ihnen stellen. Die Digitalisierung ist dabei der Schlüssel, um diese Herausforderungen anzunehmen und die Effizienz weiter zu steigern.

Auf Achse

Wer seine Logistikprozesse digital abbilden will, muss mit Paletten und Containern sprechen können.

Die Logistik wird dabei Teil der Lösung – denn sie ist der Treibriemen für die Globalisierung. Sinkende Transportkosten machen die verteilte Fertigung noch interessanter, und Just-in-time-Lieferungen dematerialisieren die Warenlager dieser Welt immer mehr. Wer aber seine Logistikprozesse digital abbilden will, muss mit Paletten und Containern sprechen können. Es geht um Telekommunikation, genauer: Wenn Dinge mit anderen Dingen oder Computern sprechen können. Oder anders ausgedrückt: dem Internet der Dinge – englisch kurz IoT. Es ermöglicht, dass Waren und Güter informieren, wo sie sich befinden und „wie es ihnen geht“. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten der Digitalisierung in der Logistikbranche.    

Fachkräftemangel

Die Entwicklung der Bevölkerung in den Industrieländern ist exemplarisch für den gesamten Globus. Die gute Nachricht: Die Weltbevölkerung wird sich 2100 auf rund 11 Milliarden Menschen stabilisieren. Die schlechte Nachricht: Die Bevölkerung wird immer älter – die sogenannte Alterspyramide steht weltweit Kopf. In den USA liegen die Arbeitslosenzahlen bereits so tief wie noch nie in den letzten 50 Jahren. In Deutschland kämpfen über 70 Prozent der Logistikunternehmen mit dem Fachkräftemangel – etwa 50.000 Stellen sind unbesetzt.   

Digitale Lösungen können für den Mitarbeiter Aufgaben übernehmen oder helfen dem Mitarbeiter, Aufgaben schneller zu erledigen.

Einsparungen bis zu 30 Prozent

So kann ein digitaler Schlüssel den Personaleinsatz an Toren und im Lager reduzieren. Das Abholen und Zurückbringen eines realen Schlüssels entfällt mit der Lösung “Mobile Identity & Access“. Der digitale Schlüssel kann nicht verloren gehen. Experten rechnen mit Einsparungen bei den Betriebskosten um vier bis sechs Prozent.

Mit “Digital Label & Goods Tracking“ sparen Logistikunternehmen bis zu 30 Prozent der Geschäftsprozesskosten. Eine elektronische Anzeige mit GPS-Modul ersetzt viel Papier und vermeidet Fehler: kein Ändern, Ausdrucken, Unterzeichnen und erneutes Anbringen der Frachtpapiere am Container. Mit dem digitalen Frachtpapier zeigt das Gerät immer die gerade benötigten Papiere an. Mitarbeiter können diese sogar direkt auf dem Display unterschreiben. Und: Die Beteiligten am Logistikprozess erhalten Zugriff auf die Dokumente in der Cloud und erkennen so frühzeitig, wo es auf dem Lieferweg stockt.

Steigende Energiekosten     

Der Klimawandel ist menschengemacht. Knapp ein Drittel der Treibhausgase entstehen im Verkehr durch das Verbrennen von fossilen Kraftstoffen. Die Politik wird das Freisetzen von CO2 verteuern. Bis sich neue Antriebskonzepte durchsetzen, kann die Digitalisierung den Kostendruck dämpfen.

Allein das Verbessern der Route von LKWs kann bis zu 40 Prozent an Kraftstoff einsparen – ein Plus für Umwelt und für die Kosten. Zudem setzen Kunden immer enger Zeitfenster für das Anliefern von Waren und Gütern. Zehn Minuten zu spät und der LKW darf mitunter erst am nächsten Tag abladen. Wer die Route für seine Sattelschlepper optimal planen will, muss das Verkaufsaufkommen möglichst in Echtzeit verfolgen und die Route anpassen.  

Fehlende Transparenz durch verteilte Fertigung

Ungleiche Löhne, geringe Transportkosten und die Vernetzung der Welt haben die Fertigungstiefe abschmelzen lassen. Im Verarbeitenden Gewerbe beträgt sie in Deutschland knapp 40 Prozent. In der deutschen Automobilindustrie beträgt sie rund 30 Prozente. Von bis zu 10.000 Einzelteilen eines Autos, steuern Zulieferer also bis zu 7.000 Einzelteile bei. Lagerhaltung wurde weitestgehend abgeschafft. Die Logistik ist ein kritischer Teil der Produktion geworden. Ein Engpass kann zu Produktionsstopp und Ausfällen in Millionenhöhe führen. Lösungen aus IT und Telekommunikation verschaffen der Logistik die notwendige Transparenz, um just-in-time zu liefern.

Es beginnt schon bei Fertigung und Produktion. Ein geschlossenes, drahtloses Netzwerk auf Basis der fünften Generation des Mobilfunks (5G) ist das Sprungbrett für hohe Bandbreiten, schnelle Antwortzeiten und optimaler Verfügbarkeit. Und besonders sicher ist es außerdem.

Telematikeinheiten mit GPS-Modulen wie etwa die Lösung “Shipment & Asset Monitoring Powered by Roambee“ übertragen die exakte Position von Containern. Auf hoher See fehlen die Mobilfunkmasten, dafür springen andere Informationsquellen ein: wie etwa Daten von Wetterdiensten, Durchfahrtsinformationen durch Suez- oder Panamakanal. Diese gibt es auf Datenmarktplätzen wie dem “Data Intelligence Hub“. Alles zusammen liefert eine valide Ankunftszeit eines Containers am Umschlagplatz. Das reduziert Wartezeiten und steigert die Planungssicherheit in der Transportlogistik. Und spart Zeit ein – bis zu 30 Prozent.

Bis auf einen Meter genau

In der Intralogistik gelingt die Ortsbestimmung mit Ultra-Wideband noch besser. Es ist bis auf einen Meter genau und funktioniert genauso in der Halle wie davor. Damit finden Mitarbeiter Waren schneller: bis zu acht Prozent Zeitersparnis. Außerdem erfasst das System automatisch, wie viel Zeit die Ware im Lager verbracht hat. Digitale Lösungen wie der “Low Cost Tracker“ helfen aber auch Schäden schnell zu erfassen: Wurden Lacke zu kalt gelagert? Ist die Palette mit Bildschirmen umgefallen? Vernetzte Sensoren schlagen Alarm. Die Lacke oder Displays werden erst gar nicht weiterverarbeitet, und das fehlerhafte Produkt nicht erst am Ende aus dem Verkehr gezogen. Ergebnis: bis zu 70 Prozent weniger Ausfälle.    

Auch bei der Auslieferung bietet die Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten. So müssen Handwerker künftig nicht mehr zu Beginn jeden Arbeitstages ihr Baumaterial selbst abholen. Der Großhandel liefert etwa die Dachrinnen über Nacht in den Lieferwagen des Handwerkers. Möglich macht dies die Lösung „Autobelieferung“ mit einem digitalen Einmal-Schlüssel für das Auto. Der Handwerker erspart sich so 60 Minuten im Schnitt pro Tag fürs Abholen und kann mehr Kundenaufträge abwickeln: rund 10 Prozent mehr Umsatz.     

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