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Künstliche Intelligenz ‚made in Germany‘. Interview mit Dorothee Bär

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Interview mit Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt.

Doro-baer

Herzlich willkommen Frau Bär. Sie haben kürzlich gesagt, dass es einen KI-Stempel geben sollte: „Made in Germany“. Warum “Made in Germany“? Deutschland stellt ja keine Computer her.

Dorothee Bär: Wir hatten einen sehr spannenden KI Gipfel im Kanzleramt und da kam unter anderem auch raus, dass wir weltweit, was die Grundlagenforschung betrifft, ganz herausragend sind. Und dass man tatsächlich, wenn sich jetzt   - ich nehme mal ein Beispiel - autonomes Fahren, weiterentwickelt, dass es ja dann schon spannend ist, wo die KI herkommt, die in den Fahrzeugen dafür sorgt, dass die Fahrzeuge autonom fahren. 

Und dann glaube ich, dass sich mittel- und langfristig die Menschen dafür entscheiden, lieber in ein Auto einzusteigen, wo die KI entweder ‚Made in Germany‘ oder in Europa hergestellt ist und dann eben nicht in China oder in USA beispielsweise.

Das Internet ist global. Kann eine KI national oder auch regional eingegrenzt werden?

Dorothee Bär: Ob es eingegrenzt werden muss, ist gar nicht die Frage. Sondern schon, wer entwickelt das Ganze, welche Werte stehen auch - wir sind ein Land, was neben einer KI Strategie parallel eine Daten-Ethikkommission einrichtet. Das ist ja auch nicht selbstverständlich. Es geht also nicht nur um die wirtschaftlichen Aspekte, sondern eben auch um Werte-Aspekte. Und da haben wir weltweit die Nase vorn bei dem Thema.

Die Deutsche Telekom hat auch gerade ethische Leitlinien für KI erlassen. Welche Gefahren gilt es beim Einsatz von KI zu beachten? 

Dorothee Bär: Ich brech’s nochmal unter. Wir hatten nämlich schon eine Daten-Ethikkommission, was das Thema autonomes Fahren betrifft in der letzten Legislaturperiode. Und dann gibt es natürlich auch Grundsätze, wo automatisch jeder mitgehen kann. Das halt ein Sachschaden in einem Personenschaden vorzuziehen ist. Und das natürlich auch kein Leben gegen das andere aufgewogen wird. Theoretisch könnte man ja sagen, das Auto muss in eine Abwägung fahre ich nur in einen oder in fünf Leute, sich immer für den einen entscheiden, weil das quasi weniger „Schaden“ wäre. Aber das geht natürlich nicht, dass Menschenleben gegeneinander aufgewogen wird. Oder, wenn es auch zwei einzelne Personen sind, würde dann der Jüngere verschont. Der Älteren nicht. Also das spielen natürlich Werte-Aspekte eine ganz große Rolle.

Wie können wir sicherstellen, dass wir das positive Potenzial auch ausreichend nutzen?

Dorothee Bär: Man muss den Menschen einfach immer und immer wieder erklären, was Sie für eine persönliche Lebenserleichterung haben. Und jeden einzelnen Tag. Und unsere Welt ist - auch wenn wir in den Nachrichten täglich etwas anderes hören - in dem Laufe der letzten Jahre, Jahrhunderte immer besser geworden. 

Und dass diese Lebenserleichterung bei jedem ankommt, das ist unser Auftrag an dieser Stelle. Da kann KI ein Beispiel sein, aber es gibt noch mehr.

Und das immer wieder zu kommunizieren, ist natürlich viel schwerer, als diejenigen, die dauernd kulturpessimistisch unterwegs sind. Weil leider sind wir in Deutschland so aufgestellt, dass wir denen lieber glauben. Und da müssen wir dran arbeiten.

In die Zukunft gedacht, wie könnte ein ganz normaler Tag im Jahre 2050 aussehen?

Dorothee Bär: So lange schlafen wie man will, weil man nie Staus hat, keine Parkplätze suchen muss, alle gutgelaunt sind, weil automatisch das Frühstück hergerichtet wurde. Und man braucht sowieso keine Autos mehr und Flugtaxis sind auch schon wieder passé, weil man sich Beamen kann.

Welche KI-Anwendungen würden Sie sich persönlich wünschen?

Dorothee Bär: Da ist für mich tatsächlich eine der spannendsten Anwendungen natürlich immer im Bereich der Medizin. Dass da viel mehr für die Menschen getan werden kann. Gerade für diejenigen, die eine chronische Krankheit haben. Da gibt es jetzt schon tolle Anwendungen, aber die werden im Jahr 2050 bestimmt noch besser und ausgebauter sein.

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