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Markus Jodl

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Reparatur in 25 Meter Höhe: Die Klettermaxe der Telekom

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Bisweilen kommt es bei Mobilfunkmasten zu Störungen, die schnellstmöglich behoben werden müssen - oftmals in luftiger Höhe von bis zu 60 Metern. Wir haben den schwindelfreien Kollegen beim Techniktausch über die Schulter geschaut.

Telekom-Techniker klettert einen Antennenmast hinauf

Hier ist Schwindelfreiheit gefragt: für Telekom-Techniker geht es oft hoch hinaus.

Die Mobilfunkmasten der Deutschen Telekom haben einen großen Vorteil: Sie sind enorm hoch – im Durchschnitt 30 bis 40 Meter. Dadurch decken sie weite Landstriche ab und versorgen die Kunden zuverlässig mit Telefon und schnellem Internet.

Und die Mobilfunkmasten der Deutschen Telekom haben einen großen Nachteil: Sie sind enorm hoch. Wenn es dort oben zu einem technischen Defekt kommt ist Klettern angesagt. In solchen Fällen müssen die Luftikusse, die Klettermaxe, die Kraxler vom Telekom-Außendienst ran. Sie tauschen in schwindelerregender Höhe Antennen oder Systemtechnik aus.

Die Störungsmeldung

Telekom-Techniker Peter Schmidt vom RAN-Team Saarbrücken steht vor einem Mobilfunkmast, bei dem es ein Problem gibt. RAN – das Kürzel steht für „Radio Access Network“, also für die Funktechnik, die die mobilen Geräte der Kunden mit dem Telekom-Netz verbindet. An diesem Funkmast hapert es allerdings gerade mit der Verbindung, wie Techniker Schmidt erklärt: „Wir haben hier ein kaputtes Radiomodul für LTE 800. Da ist ein Sektor ausgefallen. Das Modul hängt da oben am Mast, und das muss jetzt ausgetauscht werden.“

Denn Mobilfunkanlagen strahlen ihr Signal meist in mehreren Sektoren oder Kreissegmenten aus, um die Umgebung rundum abzudecken. Und bei einem dieser Sektoren funktioniert die LTE-Versorgung nicht mehr. Die Fehlermeldung hat Peter Schmidt vom MSMC erhalten, dem Master Service Management Center der Deutschen Telekom. Dort überwachen die Experten rund um die Uhr das komplette Netz, und beauftragen Techniker bei Problemen mit der Entstörung. Nur einen Tag nach der Meldung stehen Peter Schmidt und sein Kollege Klaus Meyer bereits mit dem Ersatzteil vor dem Mast und machen sich an die Arbeit.

Der Kontrollraum

Direkt unter dem Funkmast befindet sich der Technik-Container, der zur Anlage gehört. Hier beginnt die Reparatur. Über einen Laptop hat Techniker Schmidt Zugriff auf alle Daten der Anlage und kann sie auch steuern. „Hier kann ich Sektoren aktivieren oder auch deaktivieren. Und ich kann Fehler auslesen.“
Am Bildschirm erkennt er die (un)schöne Bescherung bereits: „Wir haben hier zwei Sektoren, von denen einer ausgefallen ist. Dieser zweite Sektor ist rot, da ist das Radiomodul kaputt.“ Solche Hardware-Fehler kommen bisweilen vor und müssen dann schnellstmöglich behoben werden.

Das Radiomodul

Radiomodul

Kompakt verpackt: das Radiomodul.

Ein „Radiomodul“ hat nichts mit Radio, UKW, Musik oder Verkehrshinweisen zu tun. Hier steht das englische Wort „Radio“ für „Funk“. In so einem Modul, das per Kabel mit der eigentlichen Antenne verbunden ist, sind Komponenten wie Sender, Empfänger, Verstärker, Filter, Stromversorgung und Kühlung kompakt zusammengefasst. Peter Schmidts frisch bestelltes neues Radiomodul sieht in etwa so aus wie ein silberner Fotografen-Koffer – nur, dass sich darin keine Kameras und Objektive befinden, sondern jede Menge Mobilfunktechnik.

Was darin passiert, erklärt Fachmann Schmidt so: „Letztendlich ist das die Umwandlung vom optischen Signal in das Hochfrequenzsignal. Und das Empfangssignal nimmt im Prinzip den gleichen Weg, nur andersrum.“ Für Laien ist aber entscheidend: Wenn das Radiomodul defekt ist, funktioniert die gesamte Mobilfunkanlage – oder zumindest der betroffene Sektor – nicht mehr. Deshalb müssen Peter Schmidt und Kollege Klaus Meyer schnellstens rauf auf den Turm.

Die Reparatur

Aus Sicherheitsgründen dürfen Telekom-TechnikerInnen solche Reparaturen auf einem Funkmast nie alleine durchführen. Beide Techniker vor Ort sind mit Seilen und Haken gesichert wie Bergsteiger. Und Techniker Schmidt erklärt, wie die Montage funktioniert: „Dazu geht Klaus mit einem Seil hoch. An dem Seil werden wir nachher mit Hilfe einer Motorwinde die Baugruppe auf den Turm ziehen. So läuft das ruhiger. Denn wenn wir sie mit der Hand hochziehen, schaukelt die Baugruppe zu sehr, und kann am Mast anschlagen.“ Auch das benötigte Werkzeug wird in einer Art Seesack nach oben gezogen, und die Techniker steigen per Leiter zu ihrem „Arbeitsplatz“ in 20 bis 25 Metern Höhe.

Motorwinde

Per Motorwinde wird die Baugruppe schnell und sicher nach oben befördert.

Erst einmal müssen sie am defekten Radiomodul die angeschlossenen Kabel für Antenne, Strom und Glasfaser sowie die Erdung lösen. Dann können sie die alte Baugruppe am Transportseil ablassen – und das neue Modul nach oben ziehen. Anschließend werden alle Kabel wieder angeschlossen. Das neue Radiomodul wird montiert und es geht für die beiden Techniker zurück auf den Boden.

Erstes Fazit eines zufriedenen Klaus Meyer: „Im Großen und Ganzen hat alles geklappt, wie es sein soll. Es war oben ein wenig problematisch mit dem Kabel von der darüber liegenden Baugruppe. Da war es ein bisschen knapp, mit dem Montagerahmen drüber zu kommen.“ Die Höhe war dabei das geringste Problem. Denn Peter Schmidt und Klaus Meyer haben auch schon auf großen Sendetürmen auf gut 60 Metern über dem Erdboden gearbeitet.

Telekom-Techniker besteigt Antennenmast

Der Aufstieg beginnt - sicher angeseilt und immer im Team.

Die letzten Arbeiten

Nach der Montage müssen die beiden Techniker noch überprüfen, ob das neu angeschlossene Radiomodul auch tatsächlich fehlerfrei funktioniert. Hierfür überprüft Peter Schmidt im Technik-Container noch einmal die Daten der Anlage auf dem Laptop. Danach reckt er den Daumen nach oben: „Auf unserem Computer können wir jetzt sehen, dass der zweite Sektor on air ist. Die Anlage ist alarmfrei, der Sektor funktioniert wieder.“

Nach einem letzten Testcall, der den Erfolg der Arbeiten bestätigt, ist die „Operation Klettermaxe“ beendet. Peter Schmidt und Klaus Meyer haben für diesen Tag endgültig wieder festen Boden unter den Füßen. Und die Kunden der Telekom vor Ort haben wieder ein perfekt funktionierendes Mobilfunknetz zur Verfügung.

Den ganzen Techniktausch in luftiger Höhe gibt es im Video zu sehen:

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Telekom Techniker auf Antennenmast

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Markus Jodl

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