Quantenteleportation
Eine teils spukhafte Fernbeziehung: Wie Quantenteleportation funktioniert – und welche Rolle das Glasfasernetz dabei spielt.
Quantenteleportation ermöglicht die Übertragung von Quantenzuständen zwischen verschränkten Teilchen, ohne das Teilchen selbst zu transportieren. Sie gilt als wichtige Grundlage für ein zukünftiges Quanteninternet, das Quantencomputer sicher miteinander vernetzen könnte. Ein entscheidender Vorteil: Quanteninformationen lassen sich bereits über bestehende Glasfasernetze übertragen, wie die Telekom in Feldversuchen gezeigt hat.
Eine teils spukhafte Fernbeziehung: Wie Quantenteleportation funktioniert – und welche Rolle das Glasfasernetz dabei spielt.
Wer sich mit Quantenphysik beschäftigt, muss vor allem eins tun: am besten alles, was aus dem Alltag vertraut ist, vergessen. Ein Gegenstand oder ein Ding kann immer nur an einem Ort sein? Wenn ich irgendwas von A nach B transportieren möchte, dann bewege ich diesen Gegenstand doch über eine Strecke von A nach B, und das braucht dann eben eine gewisse Zeit.
Das ist in der Welt der kleinsten Teilchen anders, sie scheren sich nicht um unsere lang erprobten Erfahrungen. Sie stellen eigene Regeln auf. Ein Teilchen, das eine Information trägt, kann ein anderes, entferntes Teilchen 1:1 damit und mit all seinen Eigenschaften ausstatten, ohne dass das über irgendeinen Transportweg läuft.
Dazu müssen diese zwei Teilchen, etwa Lichtteilchen / Photonen, verschränkt sein. Das heißt: Sie verhalten sich wie eine gemeinsame Einheit oder ein Team, selbst wenn Tausende Kilometer zwischen ihnen liegen. Kein Transport. Keine Reisezeit. Eine spukhafte Fernbeziehung also.
Es braucht drei Photonen.
Dabei passiert Folgendes:
So wird Photon 2 zu einem perfekten Zwilling des ursprünglichen Photons 1 – obwohl sich die beiden nie begegnet sind. Die Information „A“ wird übertragen, ohne den Informationsträger an sich zu übertragen.
Quantenteleportation ermöglicht es, Quanteninformationen über große Distanzen extrem sicher zu übertragen, ohne die Teilchen selbst zu bewegen. Das bildet die Grundlage dafür, Quantencomputer weltweit zu vernetzen. Wenn künftig mehrere Quantencomputer Zustände teleportieren können, entsteht ein verteiltes, ultraschnelles Quanten-Rechenzentrum, das weit mehr leisten kann als ein einzelner Quantencomputer.
Das Überraschende: Die herkömmlichen Glasfasern, die heute unser Internet transportieren, können bereits Quantenlicht übertragen – die Telekom hat das im Feldversuch bewiesen. Man braucht also keine völlig neue Infrastruktur. Das ist ein riesiger Vorteil für den späteren Aufbau eines Quanteninternets.
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