Konzern-Umsatz steigt um 17 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro --Vergleichbares EBITDA um zwölf Prozent auf 7,2 Milliarden Euro erhöht Die Deutsche Telekom hat im ersten Halbjahr 2001 ihren Wachstumskurs erfolgreich weiter fortgesetzt und eine deutliche Steigerung der operativen Ertragskraft erzielt. Der Konzernumsatz stieg um rund 17 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. Auch unter Berücksichtigung der gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres erstmals konsolidierten Gesellschaften wie beispielsweise die amerikanischen Unternehmen VoiceStream und Powertel (für den Monat Juni 2001) und debis Systemhaus errechnet sich ein organisches Wachstum von rund sechs Prozent. "Diese ohnehin schon beachtlichen Steigerungsraten haben wir zudem gegen den Trend in einem zur Zeit eher schwachen konjunkturellen Umfeld erreicht, in dem die Wachstumsprognosen für die Deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr kontinuierlich nach unten korrigiert wurden," sagte Dr. Ron Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. "Mit anderen Worten: Die Deutsche Telekom wächst um ein Vielfaches stärker als die übrige Wirtschaft."
Einhergehend mit der Umsatzsteigerung konnte auch die operative Ertragskraft deutlich verbessert werden. Das um Sondereffekte bereinigte und damit vergleichbare EBITDA stieg um knapp zwölf Prozent oder 772 Millionen Euro auf rund 7,2 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel die Ergebnisverbesserung im Vergleich der jeweiligen Quartale aus: Während das EBITDA im ersten Quartals 2001 gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 6,6 Prozent beziehungsweise 225 Millionen Euro erhöht werden konnte, stieg es im zweiten Quartal des laufenden Jahres um 17,8 Prozent oder 547 Millionen Euro. "Der Wachstumsmotor, den unsere US-Mobilfunk-Aktivitäten darstellen, insbesondere beim EBITDA, wird erst ab 2002 voll sichtbar," sagte Finanzvorstand Dr. Karl-Gerhard Eick.
| 1. Halbjahr 2001 in Mio. | 1. Halbjahr 2000 in Mio. | Veränderung in % | |
| Umsatz gesamt | 22 468 | 19 213 | 16,9 |
| Inland | 17 295 | 15 808 | 9,4 |
| Ausland | 5 173 | 3 405 | 51,9 |
| EBITDA (bereinigt um Sondereinflüsse*) | 7239 | 6467 | 11,9 |
| Konzernüberschuss / (-fehlbetrag) | (349) | 4 347 | n.m. |
| Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit | 4 719 | 4 389 | 7,5 |
| Netto-Finanzverbindlichkeiten**) | 68667 | 41,284 | 66,3 |
| Beschäftigte zum Stichtag | 245 211 | 195 648 | 25,3 |
Aus der erstmals vorgelegten Segment-Berichterstattung entlang der vier Säulen des Konzerns ist ersichtlich, dass insbesondere die Säule T-Mobile das Ergebnis erheblich steigern konnte: Das EBITDA konnte von 597 Millionen Euro auf 1,375 Milliarden Euro mehr als verdoppelt werden und erreichte damit bereits zur Jahresmitte fast das Niveau des gesamten Vorjahres. Die Zahl der Mobilfunk-Kunden stieg um rund 90 Prozent auf 43,9 Millionen zur Jahresmitte. Werden in die Vergleichszahlen des Vorjahres die erstmals konsolidierten Gesellschaften VoiceStream und Powertel sowie RadioMobil mit eingerechnet, so errechnet sich eine Steigerungsrate von rund 60 Prozent. In Deutschland konnte T-D1 die Marktführerschaft übernehmen. VoiceStream und Powertel verzeichneten zur Jahresmitte rund sechs Millionen Kunden. Im Vergleich zum 30. Juni 2000 konnte damit die Kundenbasis der beiden Gesellschaften um rund 70 Prozent ausgebaut werden, das ist die höchste Wachstumsrate aller amerikanischen Mobilfunkgesellschaften. Der Umsatz der Säule T-Mobile stieg um 31 Prozent auf 5,97 Milliarden Euro, ohne Neukonsolidierungen betrug das Wachstum knapp 20 Prozent.
In der Säule T-COM setzte sich das starke Wachstum der Neu-Anschlüsse bei ISDN und T-DSL fort. Die Zahl der vermarkteten ISDN-Kanäle hat aktuell die Marke von 20 Millionen überschritten, die installierten Kanäle stiegen zur Jahresmitte um rund vier Millionen auf 19,3 Millionen. Ungebrochen dynamisch entwickelt sich auch die Nachfrage nach T-DSL: Ende Juni 2001 waren bereits rund 750 000 Anschlüsse installiert, aktuell sind es bereits rund eine Million, während rund 1,2 Millionen Anschlüsse vermarktet sind. Der Umsatz der Säule T-COM ging leicht um 3,4 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro zurück, maßgeblich beeinflußt durch den Verkauf der Mehrheit an den Kabel-Regionalgesellschaften in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Das EBITDA der T-COM lag mit rund 3,9 Milliarden Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Die T-Online International AG konnte den Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten 2001 um knapp 53 Prozent auf 539 Millionen Euro ausbauen. Erfreulich entwickelte sich dabei neben der Zahl der Kunden - plus 46 Prozent auf 9,2 Millionen - auch das Portal-Geschäft. Die Umsätze in diesem Bereich konnten im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten 2001 in einem sehr schwierigen Umfeld um rund 17 Prozent gesteigert werden. Das EBITDA konnte im zweiten Quartal um rund 14 Prozent gegenüber dem ersten Quartal verbessert werden. Das EBITDA der Säule T-Online (einschließlich DeTeMedien) betrug zur Jahresmitte minus 52 Millionen Euro. Diese Zahl ist mit dem Vorjahreswert von 2,7 Milliarden Euro nicht direkt vergleichbar, weil im vergangenen Jahr der Sondereinfluß aus dem Börsengang der T-Online International von rund 2,66 Milliarden Euro enthalten war.
In der Säule T-Systems wirkte sich die erstmalige Konsolidierung des debis Systemhaus Joint-Venture mit einem Umsatzsprung von 46 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro aus. Aber auch ohne diesen Konsolidierungseffekt konnte
T-Systems ein Umsatzwachstum von rund zehn Prozent erzielen. Zahlreiche Großaufträge haben zu dieser Steigerung beigetragen. Das EBITDA ging im Vergleich zum ersten Halbjahr 2000 von 2,97 Milliarden Euro auf 354 Millionen Euro zurück. Darin spiegelt sich insbesondere der im Vorjahr angefallene Sonderertrag aus der Abgabe der Beteiligung an Global One von 2,86 Milliarden Euro wider.
Um das Wachstum des Konzerns und die Profitabilität weiter voran zu treiben, hat die Deutsche Telekom ein Fünf-Punkte Programm aufgelegt und bereits mit der Umsetzung begonnen. Wesentliche Inhalte sind:
- Ein konzernweites Programm zur systematischen Qualitätsverbesserung, das unter anderem die Reduzierung der Bereitstellungs- und Entstörzeiten sowie die Reduzierung der Rechnungsreklamationen vorsieht
- Im Rahmen des Programms zur operativen Ergebnisverbesserung sollen die Abläufe konsequent durch E-Business-Prozesse optimiert werden. Darüber hinaus werden die Personalanpassungen fortgeführt und die Finanzierungskosten im Rahmen des aktiven Schuldenmanagements zurückgefahren.
- Das Programm zur Reduzierung der Verbindlichkeiten hat zum Ziel, bis zum Ende des kommenden Jahres den Stand der Verbindlichkeiten um rund 15 Milliarden Euro zu verringern. Dazu soll unter anderem die Veräußerung nicht zum Kerngeschäft zählender Aktivitäten beitragen wie beispielsweise die bereits realisierte Abgabe der Beteiligungen an der amerikanischen Sprint mit Erlösen von rund 3,5 Milliarden Euro.
- Die Integrationsoffensive hat die konsequente Realisierung der Synergien in der neuen Struktur des Konzerns und insbesondere in der Verbindung mit den neu konsolidierten Gesellschaften zum Ziel. Hierunter fallen unter anderem die nahtlose Zuordnung der osteuropäischen Gesellschaften zu den einzelnen Säulen, die Einführung unternehmens-übergreifender Produkte beispielsweise im Mobilfunk und die forcierte Entwicklung globaler Marken.
- Innerhalb der Produkt- und Innovationsoffensive präsentiert die Deutsche Telekom bereits auf der IFA 2001 in Berlin zahlreiche neue Produkte aus der zunehmenden Verschmelzung von Festnetz-Telefonie, Mobilfunk und Internet. Ein zentraler Innovationsträger ist dabei UMTS: Die Umsetzung des UMTS-Fahrplanes liegt voll im geplanten Timing, im Jahr 2003 soll der kommerzielle Marktstart mit ersten UMTS-Diensten erfolgen.