Deutsche Telekom erwirbt die Mehrheit an der kroatischen Hrvatski Telekom (HT)

Aufstockung um 16 auf 51 Prozent - Ron Sommer: Die starke Präsenz in den Telekommunikationsmärkten Mittel- und Osteuropas sowie Mehrheitsbeteiligungen sind die Kernelemente unserer internationalen Geschäftsbasis Die Deutsche Telekom und die Regierung der Republik Kroatien haben am Donnerstag in Zagreb die Mehrheitsbeteiligung des deutschen Telekommunikationsunternehmens an der kroatischen Telekommunikationsgesellschaft Hrvatski Telekom besiegelt. Telekom-Chef Ron Sommer und der kroatische Ministerpräsident Ivica Racan unterzeichneten dazu in Zagreb die Schlussdokumente. Danach erwirbt die Deutsche Telekom weitere 16 Prozent an HT zu einem Kaufpreis von 500 Millionen Euro. Mit der Aufstockung ihrer Beteiligung auf den Mehrheitsanteil von 51 Prozent kann die Deutsche Telekom HT nun voll konsolidieren, nachdem sie im Oktober 1999 die ersten 35 Prozent erworben hatte. Die Deutsche Telekom ist - gemeinsam mit T-Mobile International - in praktisch allen Ländern Mittel- und Osteuropas präsent.

Dr. Ron Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, sagte: "Eine starke Präsenz in den Telekommunikationsmärkten Mittel- und Osteuropas sowie Mehrheitsbeteiligungen sind die Kernelemente beim Ausbau unserer internationalen Geschäftsbasis. Die Deutsche Telekom hat die Chancen, die sich im gesamten ost- und südosteuropäischen Raum eröffnen, früher als jeder andere erkannt und den Markt zielstrebig erschlossen. Wir sind in dieser Großregion von Polen über die Slowakische und Tschechische Republik, über Ungarn, Kroatien und Mazedonien bis Russland und die Ukraine präsent und damit besser aufgestellt als jeder unserer Wettbewerber."

Sommer äußerte sich überzeugt, dass die Märkte dieser Großregion vor einem immensen Wachstumsschub stehen. "Die Nachfrage nach TK-Dienstleistungen wird dabei eine der Triebfedern für den ökonomischen Aufschwung sein." Zugleich hob er das bedeutende Wachstumspotenzial der HT hervor und versicherte: "Wir werden alles daran setzen, dass HT von der bevorstehenden Wachstumsdynamik überproportional profitieren wird."

Ministerpräsident Ivica Racan sah in der Transaktion einen bedeutenden Meilenstein im Privatisierungsprogramm der Regierung und erklärte: "Wir freuen uns, daß die Deutsche Telekom damit ihr Vertrauen in das Potenzial der kroatischen Wirtschaft bewiesen und ihren Anteil weiter erhöht hat." Er versicherte zugleich, dass die Regierung der Republik Kroatien mit der Deutschen Telekom im Geiste einer echten Partnerschaft zusammenarbeiten werde für eine erfolgreiche Zukunft der HT und ihrer Mitarbeiter.

Ivica Mudrinic, CEO von HT, unterstrich: "Der Abschluss dieser Transaktion ist ein bedeutender Schritt für die Zukunft der HT. HT wird ein kroatisches Unternehmen bleiben, das in die globale Entwicklung des Konzerns Deutsche Telekom integriert ist."

Um den Wandel der HT von einem Staatsunternehmen zu einem kunden-, service- und markt-orientierten Player im Wettbewerb zu unterstützen, werden die Deutsche Telekom und HT bis zum Jahr 2004 mehr als 700 Millionen Euro investieren. Darüberhinaus werden rund 300 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen und Weiterbildungsmassnahmen für rund 3000 HT-Mitarbeiter angeboten.

Als größter Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen zählt HT zu den führenden Unternehmen des Landes. HT ist derzeit der alleinige landesweite Anbieter von Sprachdiensten und verfügt jetzt über rund 1,8 Millionen Kunden. Außerdem betreibt HT ein analoges und digitales Mobilfunknetz. Cronet, der GSM-Betreiber der HT, bedient aktuell rund 800.000 Teilnehmer bei einer Gesamt-Bevölkerung von rund vier Millionen Einwohnern. HT ist auch der führende Anbieter von Internet- und Datendiensten in Kroatien. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2000 rund 11.000 Mitarbeiter und steigerte seinen Umsatz von 694 Millionen Euro im Vorjahr auf 763 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern stieg von 83 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro.

Insgesamt hat die Deutsche Telekom rund 60 Milliarden Euro in den vergangenen drei Jahren im Ausland investiert, davon in den Ländern Mittel- und Osteuropas rund 8 Milliarden Euro. In den acht Beteiligungsgesellschaften der Deutschen Telekom dort sind im vergangenen Jahr von rund 46.000 Mitarbeitern rund 5 Milliarden Euro umgesetzt worden. Insgesamt sind in diesen Ländern von den Unternehmen selbst weitere rund 1,7 Milliarden Euro in moderne Netzinfrastrukturen und Technologien investiert worden. Außerdem bietet die Deutsche Telekom über T-Systems in Polen, Ungarn, Tschechien und Rußland mit insgesamt rund 650 Mitarbeitern konvergente Systemlösungen in den Bereichen Informationstechnologie und Telekommunikation an.