Bundesinnenministerium und Deutsche Telekom vereinbaren Sicherheitspartnerschaft

Erfahrungs- und Informationsaustausch der Computerexperten beschlossen - Information der Bevölkerung in Katastrophenfällen über T-Online Bundesinnenminister Otto Schily und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Dr. Ron Sommer, haben heute in Berlin die Vereinbarung einer Sicherheitspartnerschaft bekannt gegeben. Die Deutsche Telekom und das dem Bundesinnenministerium unterstehende Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden gemeinsam daran arbeiten, Sicherheitsstandards in den Übertragungsnetzen stetig zu erhöhen. Ziel der verabredeten Maßnahmen ist, einen höchstmöglichen Schutz der elektronischen Kommunikation vor Ausspähung und Hackerangriffen zu erreichen.

Sommer und Schily stimmten darin überein, dass dem Schutz der Information, die inzwischen zum vierten Produktionsfaktor in der Wirtschaft geworden sei, eine besondere Bedeutung zukomme. "Zu den wichtigsten Nervensträngen moderner Gesellschaften gehören die Informations- und Kommunikationsnetze eines Landes. Daher muss uns an dem zuverlässigen Schutz dieser Netze besonders liegen. Die Bundesregierung arbeitet hier konstruktiv mit der Wirtschaft zusammen", betonte Schily. "Eine besonders erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bundesregierung und Deutsche Telekom besteht beim Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB). Dieses Netzwerk gewährleistet eine sichere und moderne Regierungskommunikation", hob Schily die gute Zusammenarbeit mit der Telekom hervor.

Sommer betonte die Chancen, die in verbesserter Sicherheit in Telekommunikationsanwendungen liegen: "Sicherheit ist ein Grundbedürfnis, auch bei Telekommunikationsdiensten. Diesem werden wir in unseren Netzen heute bereits in hohem Maße gerecht. Höhere Sicherheitsstandards werden die Akzeptanz und Nutzungsintensität elektronischer Dienstleistungen weiter steigern wie z.B im Bereich des E-Commerce. Sie werden auch eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten eröffnen - beispielsweise in den Bereichen E-Learning, E-Health oder - sehr wichtig - E-Government. Dies wird die Bedeutung des Standorts Deutschlands im Informationszeitalter weiter stärken."

Schily und Sommer betonten überseinstimmend die Bedeutung der Sicherheit bei Nutzung der neuen Medien für Wirtschaft und Verwaltung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Bürgerfreundlichkeit. Allerdings, sagten beide einmütig, IT-Sicherheit sei nicht nur eine Aufgabe der Anbieter, die bereits Lösungen bereithielten, und der Politik, die den gesetzlichen Rahmen für den elektronischen Geschäftsverkehr bereits geschaffen habe. Verstärkt seien nun auch die Anwender gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch zu nutzen.

Verabredet wurde eine enge Zusammenarbeit der Computer-Experten beider Partner, die sich in sogenannten CERT (Computer Emergency Response Teams) um die Sicherheit von Internet und Intranet kümmern. Um der Ausbreitung von Computerviren durch den schnellen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Experten noch wirksamer begegnen zu können, soll diese Zusammenarbeit auf die gesamte Wirtschaft ausgedehnt werden.

Des Weiteren ist die Information der Bevölkerung im Katastrophenfall über zeitgemäße Medien wie das Internet geplant. Hierzu wurde eine Zusammenarbeit zwischen dem BMI und T-Online verabredet. Neben der Alarmierung in Notlagen und Katastrophen über Rundfunk und Fernsehen soll die Bevölkerung künftig über das Informationsportal www.t-online.de unterrichtet werden.

Voraussetzung für vielseitige Sicherheitsfunktionen und -anwendungen wie zum Beispiel die Digitale Signatur ist die Verschlüsselung - die sogenannte Kryptographie. Die Deutsche Telekom beschäftigt sich bereits seit Ende der 80er Jahre mit diesem Thema. Bereits 1994 hat die Telekom ein Trust Center aufgebaut, das als erstes in Deutschland 1999 die offizielle Zulassung im Sinne des Signaturgesetzes von der Zertifizierungsstelle der Regulierungsbehörde erhalten hat und damit berechtigt ist, Digitale Signaturen zu vergeben.