Konzernumsatz steigt im ersten Quartal um 16 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro - T-Mobile legt bei Umsatz 66 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro zu - EBITDA der Mobilfunk-Gruppe verdoppelt sich auf 1,2 Milliarden Euro - VoiceStream leistet erstmals positiven EBITDA-Beitrag - Umsatzsteigerung Gesamtjahr 2002 voraussichtlich um die 10 Prozent - EBITDA-Wachstum wird sich im Verlauf 2002 deutlich beschleunigen Die Deutsche Telekom konnte im ersten Quartal 2002 an die positive operative Entwicklung des Vorjahres anschließen. Für die ersten drei Monate wird mit einem Wachstum des Konzernumsatzes auf rund 12,9 Milliarden Euro und damit um etwa 16 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2001 gerechnet. Dieser Anstieg ist insbesondere auf die Konsolidierung von VoiceStream zurückzuführen, die zum 1. Juni 2001 übernommen worden ist. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich in den ersten drei Monaten im einstelligen Prozentbereich. "Wir liegen damit vollkommen im Rahmen der Erwartungen und gehen von einer Beschleunigung des EBITDA-Wachstums über das laufende Jahr aus. Haupttreiber dabei wird VoiceStream sein, deren EBITDA nach den negativen Einflüssen im zweiten Halbjahr 2001 jetzt durchweg positiv ist," sagte Dr. Ron Sommer, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG, am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Bonn.
Stärkster Wachstumstreiber war T-Mobile International. Der Umsatz in der Gruppe wurde gegenüber der Vorjahresperiode um mehr als 66 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro gesteigert. Mit knapp 1,4 Milliarden Euro hat VoiceStream dabei bereits mehr als 30 Prozent zum Gruppenumsatz beigetragen. Auch das Teilnehmerwachstum setzte sich fort. In den Mehrheitsbeteiligungen betrug der Zuwachs gegenüber dem ersten Quartal 2001 rund 45 Prozent, in den Minderheitsbeteiligungen 51 Prozent. VoiceStream hat in den ersten drei Monaten knapp eine halbe Million Kunden neu gewonnen. Das EBITDA der T-Mobile-Gruppe verdoppelte sich gegenüber dem ersten Quartal 2001 auf 1,2 Milliarden Euro. Hierzu konnte VoiceStream erstmals mit einem positiven EBITDA von 106 Millionen Euro (ausgewiesen nach HGB) beitragen. Im vierten Quartal belief sich das EBITDA von VoiceStream noch auf minus 71 Millionen Euro.
Während sich beim bereinigten EBITDA als eine der zentralen Cash-Größen bei T-Mobile, T-Online und auch T-Systems ein positiver Trend zeigte, hat sich T-Com im scharfen Wettbewerb behauptet. Das Mengenwachstum betrug über 10 Prozent auf 245 Milliarden Verbindungsminuten. Durch frühere Preissenkungen, vor allem über Optionstarife, sowie regulierungs- und wettbewerbsbedingt, gingen Umsatz und EBITDA aber leicht zurück. Zu sehen ist dies allerdings vor einem Gesamtmarkt, in dem beispielsweise die Tarife für die wichtigsten Auslandsstrecken von Januar 2001 bis Januar 2002 erneut um bis zu 26 Prozent gesunken sind. Positive Impulse erwartet T-Com hingegen im laufenden Jahr von der Erhöhung der Grundentgelte für analoge und digitale Anschlüsse um 0,65 Euro per 1. Mai. Ausführlich wird die Deutsche Telekom über das erste Quartal am 22. Mai berichten.
Beschleunigtes EBITDA-Wachstum im Geschäftsjahr 2002 Der Umsatz der Deutschen Telekom im laufenden Jahr dürfte deutlich über dem Niveau von 2001 liegen. Der Konzern geht von einer Steigerung von voraussichtlich um die zehn Prozent aus. Zur Erhöhung der Profitabilität wurde 2001 ein konzernweites Wertsteigerungsprogramm aufgelegt. Dessen Kernmaßnahmen sollen im Geschäftsjahr 2002 wesentliche Stützen bei der Erreichung der Wachstums- und Ergebnisziele sein. "Wir teilen die aktuelle Einschätzung der Analysten für das Konzern-EBITDA in 2002. Die aktuelle Range geht von 15,9 Milliarden Euro bis zu 16,9 Milliarden Euro", unterstrich Finanzvorstand Dr. Karl-Gerhard Eick. Dabei dürfte sich das einstellig prozentuale Wachstum beim Konzern-EBITDA insbesondere im zweiten Halbjahr in ein zweistelliges Wachstum beschleunigen.
Die Investitionen sollen 2002 gegenüber dem Istwert 2001 planmäßig um rund eine Milliarde auf neun Milliarden Euro gesenkt werden. Infolge des starken Momentums beim EBITDA und der reduzierten Investitionen und Dividendenausschüttung rechnet die Deutsche Telekom 2002 mit einem positiven free cash flow von 0,5 bis 1,5 Milliarden Euro. In längerfristiger Betrachtung über den Zeitraum bis 2004 geht das Unternehmen weiterhin von einem zweistelligen durchschnittlichen prozentualen Wachstum bei Umsatz und EBITDA aus.
Die vier Divisionen des Konzerns sind für das laufende Geschäftsjahr klar positioniert. T-Mobile will den Umsatz in allen Gesellschaften weiter steigern. In den USA geht es darum, den Marktanteil weiter auszubauen und so sicherzustellen, dass sich das Geschäftsergebnis weiterhin EBITDA-positiv entwickeln wird. Die Entwicklung in den ersten drei Monaten zeigt in diese Richtung. Der Marktstart in Kalifornien und Nevada, der im Juli erfolgen wird, und die damit verbundene erhöhte Reichweite werden zusätzliche Wachstumsimpulse setzen.
T-Online treibt den Ausbau zu einem führenden Internet Media Network weiter voran. Zur steigenden Profitabilität sollen kostenpflichtige Inhalte einen zunehmenden Beitrag leisten. Im nationalen Geschäft ist T-Online bereits EBITDA-positiv. In der Gruppe soll dieses Ziel in diesem Geschäftsjahr erreicht werden.
T-Systems nimmt in seinem Marktumfeld eine herausragende Position ein - kein anderer Anbieter verfügt über ein vergleichbares Leistungsspektrum. Als eine der Wachstumslokomotiven im Telekom-Konzern dürfte diese Division trotz des verhaltenen Marktwachstums zu weiteren Umsatzsteigerungen kommen.
T-Com bleibt ein starkes Rückgrat des Konzerns. Anhaltend rund 50 Prozent der operativen Ertragskraft kommen aus dem Bereich Festnetz.
Auch im laufenden Jahr wird die Vermarktungsoffensive - insbesondere bei T-DSL - fortgesetzt. Mit aktuell 2,4 Millionen Kunden ist die Telekom bereits Marktführer unter den europäischen und amerikanischen Anbietern. Diese Position soll ausgebaut werden: Im Mai geht T-DSL 1500 an den Start (1,5 Mbit/s im Downstream), zunächst in den Metropolen Berlin, München, Hamburg und Stuttgart.
Positive operative Entwicklung im Geschäftsjahr 2001 Die Deutsche Telekom hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 eine weiterhin gute Entwicklung des operativen Geschäfts verzeichnet, allerdings bei negativem Konzernüberschuss. Ursache sind vor allem Zukunftsinvestitionen, die sich in Form von erheblichen Goodwill- und Lizenzabschreibungen niederschlagen, jedoch nicht die Finanzkraft beeinträchtigen. "Diese Relation zwischen einer positiven Entwicklung des operativen Geschäfts und einem trotzdem negativen Konzernergebnis ist zur Zeit typisch für die großen Wachstumsunternehmen in unserer Branche weltweit", unterstrich Sommer. Der Konzernumsatz legte gegenüber 2000 um 18 Prozent von 40,9 Milliarden auf 48,3 Milliarden Euro zu. Stärkster Wachstumstreiber war die Mobilkommunikation, gefolgt vom Systemlösungsgeschäft. Aber auch das Internetgeschäft hat sich positiv entwickelt.
Die Auslandsgesellschaften leisteten zur Entwicklung des Konzernumsatzes einen überproportionalen Beitrag. Der internationale Umsatz wurde 2001 um mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht - von 7,8 auf 13,2 Milliarden Euro. Der Auslandsanteil vom Konzernumsatz hat sich damit von 19 auf gut 27 Prozent gesteigert. Auch auf dem deutschen Markt wurde der Wachstumskurs weiter fortgesetzt. Mit einem Umsatzplus um 5,8 Prozent wuchs die Telekom stärker als der Markt, der für das Jahr 2001 insgesamt einen Zuwachs von 4,7 Prozent aufweist.
Abbau der Finanzverbindlichkeiten hat höchste Priorität Nach der Phase starken Wachstums durch Akquisitionen hat nunmehr der Abbau der Nettofinanzverbindlichkeiten, die im ersten Quartal 2002 wie erwartet durch den Erwerb des Restanteils an debis Systemshaus auf 67,2 Milliarden Euro gestiegen sind, höchste Priorität. Da das Kartellamt den Verkauf des Kabelnetzes an Liberty Media untersagt hat und ein Börsengang von T-Mobile von einem verbesserten Börsenumfeld abhängig ist, wurde, wie bereits angekündigt, ein weiteres Maßnahmenpaket zum Schuldenabbau vorgelegt. So sollen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,37 Euro je Aktie vorschlagen werden. Die Kürzung gegenüber dem Vorjahr um etwa 40 Prozent wird die Auszahlungen um rund eine Milliarde Euro zurückführen. Zudem sollen die Investitionen in Sachanlagen und die Kosten verringert werden. Allein bei den Investitionen wird die Reduktion ca. eine Milliarde Euro pro Jahr betragen. Des weiteren wird der Verkauf von nicht-betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen, wie beispielsweise den Immobilien und den Kabelgesellschaften, forciert vorangetrieben werden.