Kai-Uwe Ricke präsentiert der Hauptversammlung neuen Unternehmenskurs

Deutsche Telekom soll führendes und innovativstes Unternehmen der Branche werden - Entschuldung und ertragsorientiertes Wachstum stehen im Mittelpunkt - Vier Divisionen entwickeln eigene Marken weiter - Ricke wirbt mit Offenheit für Transparenz - T-Com reduziert Produktportfolio um mehr als die Hälfte auf rund 20 000 Angebote - T-Mobile baut Multimedia-Services weiter aus - Neue Organisationsstruktur für T-Systems erhöht Schlagkraft und schafft Kundennähe - T-Online schöpft vorhandene Kundenbasis weiter aus - Konzern-Umsatz im ersten Quartal 2003 auf 13,6 Milliarden Euro gesteigert - Konsequenter Schuldenabbau senkt die Verbindlichkeiten um rund acht Milliarden Euro - Ricke: "Mindestens eine schwarze Null für das Geschäftsjahr 2003" Die Deutsche Telekom soll das führende und innovativste Dienstleistungsunternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche werden. Das betonte Kai Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, auf der diesjährigen Hauptversammlung der Deutschen Telekom in Köln und bekräftigte damit den neuen Kurs des Vorstandes. Vorrangiges Ziel ist die Entschuldung des Konzerns. Gleichzeitig warb Ricke für die besondere Bedeutung der neuen Unternehmens- und Führungskultur: "Für mich ist es besonders wichtig, den Aktionären und den Mitarbeitern mit Offenheit und Glaubwürdigkeit entgegenzutreten. Nur wenn wir die nötige Transparenz schaffen, können wir erfolgreich den Umbau unseres Unternehmens voranbringen", so Kai-Uwe Ricke.

Um die gesteckten Ziele nachhaltig zu erreichen und dem Konzern ertragsorientiertes Wachstum zu ermöglichen, stellte Ricke drei Punkte besonders in den Vordergrund: Qualität, Innovation und Effizienz.

"Für mich ist nicht entscheidend wie wir uns sehen, sondern wie uns unsere Kunden wahrnehmen, wie zufrieden unsere Kunden mit der erbrachten Qualität sind. Eines unserer Vorhaben ist es, die Entwicklungsplanung für neue Produkte zu straffen. Gleichzeitig werden wir unser Budget für Innovation, Forschung und Entwicklung in zentrale Wachstumsfelder lenken. Die Datenkommunikation wird dabei im Vordergrund stehen", so Ricke in Köln. "Wir dürfen bei all unseren Anstrengungen die Kosten nicht aus dem Blickwinkel verlieren. Sie dürfen nicht parallel zum Wachstum steigen - im Gegenteil. Im Sinne zunehmender Profitabilität müssen sie weiter sinken. Und das geht nur durch kontinuierlich verbesserte Effizienz."

Im Rahmen dieser Parameter werden die vier Divisionen ihre Angebots-marken weiterentwickeln: T-Com soll einer der führenden Anbieter in der Festnetzkommunikation werden und seine Rolle als Vorreiter weiter ausbauen. T-Mobile wird die Position als eines der weltweiten Lead-Unternehmen in der Mobilfunkkommunikation erweitern. Als eines der innovativsten Unternehmen in der IT- und TK-Branche mit Lösungen für Großkunden wird sich T-Systems etablieren. T-Online wird seine Rolle als Internet Media Network weiter untermauern und die Kundenbasis weiter ausbauen.

T-Com: Neue Maßstäbe im Festnetz Durch zum Beispiel organisatorische Maßnahmen soll die T-Com die Wertschöpfung deutlich erhöhen: Dazu gehört unter anderem, den Vertriebskanal Internet weiter zu stärken. Im ersten Quartal 2003 konnte die Zahl der Vertriebstransaktionen im Internet fast verdoppelt werden. Die Zahl der Produkte wurde von ca. 44 000 auf rund 20 000 reduziert. Diese Portfolio-Bereinigung führt zur Vereinfachung von Prozessen und trägt aktiv zur Kostenminimierung und zur Cash-Flow Maximierung bei. Mit Angeboten, die klar auf Kunden ausgerichtet werden, wird die T-Com ihre Marktposition stärken. Vorbildfunktion T-DSL: Bereits 3,5 Millionen Kunden der Deutschen Telekom nutzen T-DSL. Mit zusätzlichen Leistungsmerkmalen werden weitere Kundengruppen erschlossen. Dazu gehört zum Beispiel Fast Path - eine Anwendung für Online-Gamer. Wireless LAN wird mit verstärkten Vertriebsangeboten in den nächsten Monaten eine besondere Bedeutung zukommen und die Breitbandoffensive der T-Com unterstützen. Um Effizienzsteigerungsprozesse zu ermöglichen, wurde das Projekt "WIN" ins Leben gerufen. Rund 900 Millionen Euro sollen auf Jahresbasis - durch die Reduzierung von Sach- und Personalkosten - eingespart werden.

T-Mobile: International führendes Mobilfunkunternehmen T-Mobile wird die Position als ein international führendes Mobilfunkunternehmen weiter ausbauen. Ziel des Unternehmens ist ein Cash-optimiertes, also ein werthaltiges Wachstum. Die Zusammenarbeit der Unternehmen in den einzelnen Ländern wird weiter optimiert werden, zum Beispiel im Bereich der Netzwerkplanung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, das Angebot von anspruchsvollen Multimedia-Services unter der Produktmarke t-zones weiter auszubauen. Im Rahmen der Multimedia Strategie des Unternehmens spielt UMTS neben GPRS für die weitere Entwicklung des mobilen Telekommunikationsmarktes und für den weiteren werthaltigen Wachstumskurs der T-Mobile eine überaus wichtige Rolle. Die Weiterentwicklung des Geschäftskundenmarktes steht ebenso weiterhin im Fokus. Spezielle Business-Lösungen sollen den Non-Voice-Umsatz weiter steigern.

T-Systems: Fokussierung und Partnerschaften Mit T-Systems wird die Deutsche Telekom die Rolle als einer der führenden Anbieter von IT- und TK-Lösungen für Großkunden konsequent weiter ausbauen. T-Systems hat sich dazu neu organisiert. Die Vertriebs- und Serviceeinheiten wurden vertikal an vier Industriesegmenten ausgerichtet: Telekommunikation, Dienstleistungen und Finanzen, Öffentliche Verwaltungen und Gesundheitswesen sowie das produzierende Gewerbe. Mit einem effektiven Kostenmanagement in allen Geschäftsbereichen wird eine Ergebnisverbesserung von rund 500 Millionen Euro erreicht werden. Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind die Konsolidierung von Rechenzentren oder Partnerschaften, etwa im Beschaffungsbereich.

T-Online: Kundenbasis verstärkt ausschöpfen T-Online soll die vorhandene breite Kundenbasis im Sinne steigender Umsätze und steigender Erträge weiter ausschöpfen. Hierzu wird vor allem das Angebot an kostenpflichtigen Inhalten deutlich erweitert. Ziel ist es hierbei, die Abhängigkeit vom reinen Zugangsgeschäft weiter zurückzufahren. Gleichzeitig wird das Wachstum bei den breitbandigen Anschlüssen weiter ausgebaut. T-Online wird die Rolle als führendes Internet Media Network konsequent ausbauen.

"Innovation, Qualität und Effizienz sind die Vorgaben für alle Divisionen", so Vorstandsvorsitzender Kai-Uwe Ricke in Köln. "Wir beschäftigen uns nicht nur mit Infrastruktur und Produkten, sondern vor allem mit Diensten und Lösungen für Kunden. Unser Ziel besteht darin, in den nächsten Jahren werthaltiges Wachstum zu generieren, dabei müssen die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen im Mittelpunkt stehen. Den Divisionen kommt dabei eine herausragende Rolle zu."

Turnaround: zurück zum Erfolgskurs Mit Ablauf des ersten Quartals 2003 kann die Deutsche Telekom auf wichtige Erfolge des eingeleiteten Restrukturierungskurses zurückblicken:

Der Umsatz konnte um 6,6 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Das bereinigte Konzern-EBITDA konnte um 18,4 Prozent gesteigert werden und beträgt 4,5 Milliarden Euro. Der Free Cash-Flow wurde von 0,3 Milliarden Euro im Vorjahrsquartal auf zwei Milliarden Euro gesteigert. Ende des ersten Quartals 2003 betrug der Schuldenstand

56,3 Milliarden Euro. Das heißt, in den vergangenen zwei Quartalen konnten die Verbindlichkeiten von 64,3 Milliarden um rund acht Milliarden verringert werden.

"Die konsequente Umsetzung unserer Unternehmens-Neuausrichtung hat dazu geführt, dass wir wieder schwarze Zahlen schreiben. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann ich unser Ziel bekräftigen, mindestens eine schwarze Null zu schreiben. Im operativen Geschäft haben wir einen Konzernüberschuss von 0,1 Milliarden Euro erwirtschaftet", so Ricke in Köln. "Berücksichtigt man Verkäufe und andere Sondereffekte, kommen wir auf knapp 0,9 Milliarden Euro. Wie wichtig dieses Ergebnis für uns ist, verdeutlicht ein Blick auf das Vorjahresquartal: Hier hatten wir einen Fehlbetrag von 1,8 Milliarden zu verzeichnen."

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres ist von einer positiven Entwicklung auszugehen. Dabei sind die konjunkturelle Entwicklung sowie die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung zahlreicher Einflussgrößen liegt die Prognose für das EBITDA zwischen 17,2 und 17,7 Milliarden Euro.

Die Deutsche Telekom bekräftigt das Ziel, die Netto-Verbindlichkeiten zum Jahresende 2003 auf das Niveau des dreifachen EBITDA zu senken. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat der Vorstand der Deutschen Telekom mehrere Maßnahmen eingeleitet:

- "Sechs plus Sechs": Sechs Milliarden Euro fließen aus der Portfolio-Bereinigung in den Schuldenabbau. Weitere sechs Milliarden sollen aus dem Free Cash-Flow erwirtschaftet werden.

- Kürzung von Investitionen: Im Geschäftsjahr 2002 wurden die Investitionen um rund 30 Prozent gekürzt. Im laufenden Geschäftsjahr wurde ein Investitionskorridor von 6,7 bis 7,7 Milliarden geplant.

- Konsequente Kosteneinsparungen: Bereits im zweiten Halbjahr 2002 konnten rund 700 Millionen Euro eingespart werden. Zum Beispiel durch Reduzierung von Marketingausgaben und Beratungskosten.