Deutsche Telekom will Kurs des profitablen Wachstums vorantreiben

Hauptversammlung: Dividende von 0,62 Euro vorgeschlagen - Netto-Finanzverbindlichkeiten unter Stand von 1999 - Excellence-Program stellt Kunden konsequent in den Mittelpunkt Die Deutsche Telekom hat mit dem Abschluss des Geschäftsjahres 2004 ihren profitablen Wachstumskurs fortgesetzt und die Ausrichtung auf die neuen strategischen Herausforderungen der Branche eingeleitet. "2004 war ein positives, sogar ausgesprochen positives Geschäftsjahr", sagte Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, bei der Hauptversammlung in Hannover. "Wir haben Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert." Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Dividende von 0,62 Euro je Aktie auszuschütten. Mit einem auf drei Jahre angelegten strategischen Programm, dem so genannten Excellence-Program, soll der Kurs des profitablen Wachstums vorangetrieben werden.

Verschmelzung ist Kernelement der strategischen Neuausrichtung Die Branche sei von gewaltigen technologischen Veränderungen geprägt, führte Ricke fort. Neue Märkte bildeten sich heraus, traditionelle Geschäftsfelder nähmen an Bedeutung ab und Markteintrittsbarrieren würden sinken. Vor diesem Hintergrund sei die Verschmelzung von T-Online auf die Deutsche Telekom eines "der Kernelemente unserer strategischen Neuausrichtung". Ricke betonte weiter, "der Markt und die Bedürfnisse der Kunden lassen sich nur noch durch eine vollständige Integration auf Unternehmensseite optimal adressieren. Erst die Integration von breitbandigem Festnetz und Internet macht eine Vielzahl neuer Produkte und Services möglich."

Mit Blick auf die Finanzkennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs zog der Vorstandsvorsitzende eine positive Bilanz: Die Deutsche Telekom steigerte den Konzernüberschuss auf 4,6 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro in 2003 und den Umsatz um 3,7 Prozent auf 57,9 Milliarden Euro. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten gingen 2004 um 11,4 Milliarden Euro auf 35,2 Milliarden Euro zurück. Mit diesem Stand zum Jahresende 2004 liegt die Deutsche Telekom sogar unter dem Niveau von 1999. Dies wurde vor allem aus dem Free Cash-Flow und Beteiligungsverkäufen ermöglicht. "Der Free Cash-Flow hat sich um

knapp zwei Milliarden Euro - auf 10,2 Milliarden Euro - erhöht. Darauf können wir stolz sein, denn dieser Cash-Flow resultiert vor allem aus dem operativen Geschäft", betonte Ricke in seiner Rede vor den Aktionären.

Nachdem die Deutsche Telekom für die Geschäftsjahre 2002 und 2003 keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet hat, haben Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung für 2004 den Vorschlag für eine Dividendenausschüttung von 0,62 Euro unterbreitet. Zur zukünftigen Dividendenpolitik verwies Ricke darauf, dass die Dividende für das Geschäftsjahr 2004 als Richtschnur für künftige Dividenden gelten werde, abhängig von der Entwicklung des Gewinns.

Erfolge der Personal- und Qualitätsoffensive sichtbar Um das wirtschaftliche Wachstum des Konzerns auch in Zukunft zu sichern, hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2004 eine strukturelle Neuausrichtung eingeleitet. Mit der vor einem Jahr auch vor den Aktionären präsentierten Agenda 2004 hat das Unternehmen Offensiven für die Bereiche Breitband, Geschäftskunden, Personal, Qualität, Innovation und Effizienz gestartet. Mit der Offensive zum Thema Qualität habe die Deutsche Telekom "wichtige Grundlagen für spürbare Verbesserungen geschaffen", zog Ricke auf der Hauptversammlung Bilanz. "Mit den kürzlich veröffentlichten Kundenversprechen geben wir jetzt unseren Kunden Qualitätsmaßstäbe an die Hand, auf die sie sich verlassen können. Es ist unser fester Vorsatz, diese Versprechen einzulösen."

Besonders die Personaloffensive hob der Vorstandsvorsitzende bei den Erfolgen der Agenda 2004 hervor. Bereits im Frühjahr 2004 konnte die Deutsche Telekom ein Beschäftigungsbündnis über eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit für rund 100 000 Beschäftigte bei nur teilweisem Lohnausgleich schließen. So wurde die vorhandene Arbeit neu verteilt und Beschäftigung für rund 9 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert. Im Gegenzug war es möglich, den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2008 zu verlängern.

"Ein ganz wichtiger Ansatz ist es für uns, den von Stellenreduzierungen betroffenen Mitarbeitern möglichst neue berufliche Perspektiven zu eröffnen", erklärte Ricke. So entwickelte sich der konzerneigene Personaldienstleister Vivento weiter erfolgreich. Rund 84 Prozent der 18 300 Mitarbeiter zum Jahresende 2004 waren entweder in Beschäftigung oder in gezielter Weiterqualifizierung, 10 000 Beschäftigte fanden im Wege von Zeitarbeitseinsätzen oder Projekten einen neuen Arbeitsplatz. Rund 4 600 Beschäftigte arbeiten in den von Vivento eigens gegründeten Businesslines im Call-Center- und Montagegeschäft. Von den ursprünglich gut 31 100 zu Vivento transferierten Beschäftigten haben 12 900 Vivento wieder verlassen. Für die Deutsche Telekom AG wird es im Jahr 2005 keinen weiteren Wegfall von Stellen geben. "Selbstverständlich halten wir - wie mit dem Sozialpartner vereinbart - am Moratorium als Teil des Beschäftigungsbündnisses fest", so Ricke. Die Deutsche Telekom müsse sich jedoch auch der Tatsache stellen, dass sich in der Branche durch einen rasanten Technologiewandel, Regulierung und effizientere Prozesse weiter gravierende Veränderungen vollziehen werden. "Aber wir werden dabei auch weiterhin in hohem Maße verantwortungsbewusst vorgehen."

Excellence-Program soll profitables Wachstum sichern Mit Jahresbeginn 2005 hat die Deutsche Telekom ihre Konzernstruktur konsequent auf die Märkte fokussiert: Als evolutionäre Weiterentwicklung der früheren Vier-Säulen-Struktur hat sich der Konzern jetzt auf drei strategische Geschäftsfelder ausgerichtet. "Wir gehen davon aus, dass sich erste Resultate bereits im Geschäftsjahr 2005 zeigen werden", erklärte Ricke. Um den Konzern weiter auf dem Kurs des profitablen Wachstums zu halten, hat der Vorstand das Excellence-Program aufgelegt. Mit diesem Programm verfolgt die Deutsche Telekom das Ziel, den Konzern zum wachstumsstärksten integrierten Anbieter Europas zu machen. "Wir stellen Excellence vor Kunde in den Mittelpunkt unseres Handelns und damit steigern wir letztlich auch die Kapitalrendite nachhaltig", erklärte Ricke. "Exzellenz bedeutet, dass wir bei allen für den Kunden wichtigen Themen besser sein wollen als der Wettbewerb."

Für 2005 erwartet die Deutsche Telekom bilanziert nach IFRS ein bereinigtes EBITDA zwischen 20,7 und 21,0 Milliarden Euro. Bei den Investitionen in Sachanlagen plant der Konzern 7,5 bis 8,0 Milliarden Euro und einen Free Cash-Flow in gleicher Größenordnung. Zusätzliche Mittelabflüsse erwartet die Deutsche Telekom aus dem Erwerb weiterer Mobilfunklizenzen in den USA und aus der Reintegration der T-Online.