Rund 400 Experten von Großbanken, Telekommunikations- unternehmen und Internetprovidern sowie staatliche Stellen von 25 EU-Mitgliedsstaaten zeigten, wie gut sie auf die Abwehr von Cyberangriffen vorbereitet sind. Diese Aktion baute auf der ersten Übung dieser Art auf, die 2010 stattfand.
Im Rahmen der "Cyber Europe 2012" fand am 4. Oktober eine von der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) koordinierte europaweite Abwehrübung von Cyberangriffen statt. Die Deutsche Telekom als Mitspieler in der Rolle eines privatwirtschaftlichen Internet Service Providers (ISP) wurde bei der Übung durch das Deutsche Telekom CERT(Cyber Emergency Response Team) vertreten. In Deutschland nahmen neben der Deutschen Telekom noch zwei weitere große ISPs, zwei Großbanken als betroffene Angriffsopfer sowie das BSI als nationales CERT an der Übung teil. Ingesamt waren europaweite mehr als 400 Security Experten aus ISP/Telko-Unternehmen und Großbanken sowie staatlichen Stellen von 25 EU-Mitgliedstaaten beteiligt.
Bei der Simulation des Angriffs sahen sich die Internet Service Provider mit einer großangelegten DDoS–Attacke (Distributed Denial of Service) gegen die Großbanken konfrontiert. Während der gesamten Übungszeit erforderte die Abwehr der Angriffe ein hohes Maß an Kommunikation und Austausch zwischen den ISPs. Es wurden Informationen zu Angriffsabwehr, Schwachstellen und Lösungsweg ausgetauscht. Wie bei einem realen Angriff war es wichtig, dabei stets das Gesamtbild der Sachlage zu erfassen. Letztendlich konnten die Command und Control Server des DDoS-Botnetzes durch Koordination aller nationalen CERTs gezielt gemeinsam abgeschaltet werden.
Eigentliches Ziel der Übung war der Test existierender Warnmethoden, Kommunikationsflüsse und Abwehrmechanismen zwischen öffentlichen und privaten Stellen und herauszufinden wie die Funktionsfähigkeit des Internets und anderer wesentlicher Infrastrukturen durch Zusammenarbeit auf europäischer Ebene aufrechterhalten werden könne.