Keine Chance für Passwortfischer

Zwei Fragen an Claus-Dieter Ulmer, Datenschutzbeauftragter der Deutschen Telekom, zum Thema Phishing.

Eine gefälschte Rechnung geöffnet – und schon kann er auf dem Rechner sein, der Trojaner, der unbemerkt Passwörter und sonstige Daten ausspioniert. Das sogenannte Phishing steht mittlerweile auf der Tagesordnung von Internetkriminellen. Damit versuchen sie, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen. Mit den erbeuteten Daten verschaffen sie sich zum Beispiel Zutritt zum E-Mail-Postfach oder zum Bankkonto. Umso wichtiger ist es als Kunde, sich davor zu schützen

Wie kann man sich überhaupt gegen Phishing schützen?

Claus Ulmer: Wer wenige Grundregeln einhält, kann sich gut schützen. Das Wichtigste ist ein aktueller Virenschutz auf dem Rechner. Der darf auch bei Smartphones nicht fehlen, speziell bei offenen Betriebssystemen wie Android. Das Betriebssystem selbst sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Ebenfalls wichtig: Vorsichtig bei E-Mails sein, in denen nach persönlichen Informationen oder gar Kennwörtern gefragt wird. Hier besteht große Gefahr, dass sich Kriminelle Zugangsdaten verschaffen wollen. Bei verdächtigen Nachrichten sollte man darüber hinaus keinesfalls Anhänge öffnen oder auf Download-Links klicken. Es empfiehlt sich immer, direkt auf die Webseite des Vertragspartners zu gehen und sich dort einzuloggen. Nicht zuletzt sind komplexe Passwörter ein guter Schutz. Am besten wechselt man diese Passwörter regelmäßig.

Was können Nutzer unternehmen, wenn sie den Eindruck haben, dass sie sich einen Trojaner eingefangen haben?

Claus Ulmer: Im ersten Schritt sollten Nutzer ihren Rechner oder ihr Smartphone so schnell wie möglich von dem Schadprogramm befreien. Das Antibotnet Beratungszentrum etwa bietet unter www.botfrei.de eine Reihe kostenloser Software zur Beseitigung verschiedener Schadprogramme an. Im zweiten Schritt lohnt es sich, aufmerksam zu sein und Rechnungen genau auf Auffälligkeiten hin zu prüfen. Ebenso sollten Nutzer regelmäßig prüfen, ob unerlaubt Beträge von ihrem Konto abgebucht wurden.