Was passieren kann, wenn Hacker eine Online-Identität stehlen, war kürzlich in der ARD-Dokumentation "Zugriff!“ zu sehen. Die Angreifer übernahmen die Regie über Handy, Reisebuchungen, Konto und Online-Einkäufe des Opfers und posteten online kompromittierende Meinungsäußerungen in seinem Namen.
Der Film zeigte eindrucksvoll, wie angreifbar Daten in der Cloud sein können. Wir baten den Leiter Cyberabwehr und Krisenmanagement der Telekom (Cyber Defense & Situation Management), Rüdiger Peusquens, um eine Einschätzung der Gefahrenlage.
Wie beurteilen Sie als dieses Szenario? Rüdiger Peusquens: Technisch wäre das durchaus möglich, absolute Sicherheit gibt es nicht. So wie der Held des Fernsehfilms gehen viele zu sorglos mit Handy und Cloud um und machen sich keine Gedanken über ihre Sicherheit. Dabei könnten sie ihre digitale Identität mit wenig Aufwand vor Angriffen schützen. Wie denn zum Beispiel? Rüdiger Peusquens: Schon mit vernünftigen Passwörtern können Sie Hackern das Leben schwer machen. Dafür haben wir goldene Regeln in unserem Datenschutzratgeber zusammengestellt. Beispielsweise wie Sie Ihre Passwörter komplex gestalten und sie sich trotzdem leicht merken können – das hilft schon ganz gut weiter. Und nicht zuletzt sollten Sie Sicherheitsupdates zeitnah einspielen und einen aktuellen Virenschutz nutzen - gerade auch auf Ihrem Handy.
Worauf sollte ich in der Cloud achten? Rüdiger Peusquens: Wählen Sie Ihren Anbieter sorgfältig aus. Die Telekom speichert persönliche Dateien im Mediencenter ausschließlich in deutschen Rechenzentren unter deutschen Datenschutzbestimmungen. Der TÜV hat das geprüft und einen hohen Sicherheitsstandard bescheinigt. Wichtig ist aber auch die Übertragung. Hier ist die Verschlüsselungstechnologie für den Datentransfer das A und O. Die Telekom hat diese Verschlüsselung für "E-Mail made in Germany“ bereits ins Netz integriert. Und wie schütze ich meine digitale Identität? Rüdiger Peusquens: Machen Sie es Angreifern nicht zu einfach. Ich muss nicht alles über meine Person im Internet veröffentlichen, zum Beispiel in sozialen Medien. Nutzen Sie verschiedene Dienste, so legen Sie nicht alle persönlichen Daten gesammelt an einem Ort ab. Das erschwert die automatische Verknüpfung von Daten zu einem Profil, etwa zu Werbezwecken. Gesammelte Tipps für mehr Sicherheit - rund um den Umgang mit Apps, Onlinekauf, Verhalten im W-LAN, Onlinebanking usw. finden Sie in unserem Datenschutzratgeber. Wenn Sie sich daran halten, haben Sie schon eine Menge für Ihre Sicherheit getan.