Sauberer Vertrieb für Dritte

Die Telekom wendet sich mit einem neuen Sicherheitsprodukt an Unternehmen, die in ihrer Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern auf Nummer sicher gehen wollen.

Ein spezielles Alarmsystem schlägt an, wenn Kundendaten über Gebühr abgerufen oder etwa Absatzzahlen nicht zu Kundenkontakten passen. "Frauderkennung bei Vertriebspartnern" – mit diesem Angebot geht die Telekom jetzt an den externen Markt. Fraud bedeutet Missbrauch und meint in diesem Fall zweierlei: zum einen die Absicht, Kundendaten zu kopieren, etwa um sie weiterzuverkaufen.

Alarm bei Provisionsbetrug
Das zweite Szenario ist Provisionsbetrug in der Telekommunikationsbranche. Also wenn Vertriebspartner in betrügerischer Absicht Verkaufserfolge vortäuschen. "Wir bieten für beide Fälle wirksame Alarmsysteme an", sagt Ulrich Heister vom zentralen Bereich Group Security Services (SEC).

Feuertaufe längst bestanden
Bei der Telekom selbst hat die Frauderkennung schon vor fünf Jahren ihre Feuertaufe bestanden: Überall dort, wo mit externen Shopbetreibern und Partnern im Kundenservice zusammengearbeitet wird – also bei der Telekom Shop Vertriebsgesellschaft (TSG) genauso wie beim Indirekten Vertrieb von Telekom Deutschland.

Wie funktioniert das?
"Wir gehen davon aus, dass eine Vertriebseinheit für ihr Tagesgeschäft nur eine begrenzte Zahl von Kundendatensätzen braucht", erläutert Heister. "Zusammen mit unseren Auftraggebern definieren wir, wann das Alarmsystem anschlagen soll, sobald mehr Datensätze als üblich aufgerufen werden." Dazu liefert der Auftraggeber Logfiles, also Protokolle seiner Datenbanken an SEC.

Sicherheitsfachleute des Bereiches werten diese mit ihren Systemen nach Unregelmäßigkeiten aus. Heister: "Wir beraten unsere Auftraggeber intensiv, binden sie an unsere Missbrauchserkennungssysteme an oder installieren auf Wunsch die entsprechenden Datenbanksysteme samt Alarmvorrichtung direkt bei ihnen."

So werden Abweichungen erkannt
Provisionsbetrug kommen die Fachleute auf die Spur, indem sie Absätze – zum Beispiel je Produktgruppe und je Vertriebspartner oder Shop etwa mit der Kundenfrequenz, mit Stornos, den durchprozessierten Aufträgen oder der Anzahl der Kundenkontakte vergleichen. So erkennen sie Abweichungen und weisen ihren potentiellen Auftraggeber darauf hin, der dem vor Ort nachgeht.

Risiken minimieren
"Mit ‚Frauderkennung bei Vertriebspartnern gibt die Telekom ein erprobtes Produkt und eine Expertise nach außen, die vor Jahren aus eigener Betroffenheit hervorgegangen sind", sagt Ulrich Heister mit Blick auf Fälle in der Vergangenheit. Etwa Kundendatendiebstahl bei der damaligen T-Mobile Deutschland in den Jahren 2006 bis 2008. "Wir liefern unseren künftigen Auftraggebern damit ein Produkt, mit dem sie in ihren Vertriebsorganisationen besonders gut Risiken minimieren können."