Was war passiert? In den USA berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Amazon.com mit allen Mobilfunknetzbetreibern (T-Mobile, Verizon, AT&T, und Dish) darüber verhandele, ein sehr preisgünstiges Mobilfunkangebot für seine Prime-Kunden zu entwickeln. Angesichts der hohen Verbreitung von Amazon Prime sorgte diese Spekulation anfänglich für hohe Verunsicherung bei den Investoren in Telekommunikationswerten. In den Folgestunden haben sowohl T-Mobile, als auch Verizon und AT&T dementiert, dass sie mit Amazon über ein solches Angebot reden. Auch Amazon erklärte, das Unternehmen habe derzeit keine Pläne für ein Mobilfunkangebot in Prime. Von Dish gab es keine offizielle Stellungnahme; das Dish-Netz ist aktuell noch im Aufbau befindlich.
In den USA haben sich die Marktteilnehmer das aus der Nähe angeschaut, und die Kurse der US-Mobilfunkanbieter haben sich seither etwas erholt. Bei der Telekom-Aktie verhalten sich die Investoren weiter abwartend.
Hierzu also eine Einordnung:
- Dass mit Dish ein neuer Netzbetreiber in den Markt kommt, ist nicht unerwartet. Der amerikanische Mobilfunkmarkt war schon immer sehr wettbewerbsintensiv - das ist nichts Neues.
- T-Mobile war in diesem Marktumfeld seit dem Turnaround 2012 durchgehend erfolgreich, und gewinnt regelmäßig rund 5 Millionen neue Vertragskunden pro Jahr. Auch in 2023 werden 5,3 bis 5,7 Millionen erwartet!
- Für die Zukunft hat T-Mobile ein Handvoll besonderer Trumpfkarten: T-Mobile hat das beste Netz, und der Vorsprung erscheint schwer einholbar. T-Mobile ist der anerkannt preiswerteste der großen Anbieter. T-Mobile hat in ländlichen Gebieten, die rund 40 Prozent des Landes ausmachen, noch ein riesiges Wachstumspotenzial – im Moment wächst der Marktanteil um mehr als ein Prozent pro Jahr! Darüber hinaus gewinnt T-Mobile bei Geschäftskunden und drahtlosen Breitbandverbindungen.
- In den vergangenen 10 Jahren ist die T-Mobile Aktie um mehr als 700 Prozent gestiegen. Davon hat auch die Telekom-Aktie profitiert, die sich in dieser Zeit deutlich stärker als der Dax entwickelt hat.
Es gilt also weiter: #wewontstop