Sieben Millionen Wohnungen: Immobilienwirtschaft beauftragt Telekom mit Glasfaser-Ausbau

  • Mehrfamilienhäuser im Fokus: Auftragsbestand zeigt wachsende Nachfrage der Immobilienwirtschaft
  • Offenes Netz: Rund 45 nationale und regionale Anbieter nutzen das Telekom-Netz
  • Gemeinsam schneller ausbauen: Rahmenvereinbarungen und Ausbau-Kooperationen schaffen Planungs- und Rechtssicherheit
Der Glasfaserausbau in Mehrfamilienhäusern erfordert eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Eigentümern, Verwaltungen und der Telekom.
Der Glasfaserausbau in Mehrfamilienhäusern erfordert eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Eigentümern, Verwaltungen und der Telekom. © Deutsche Telekom AG

Die Immobilienwirtschaft treibt den Glasfaser-Ausbau in Mehrparteienhäusern spürbar voran. Wohnungsunternehmen, Immobilienverwaltungen und Projektentwickler haben die Telekom inzwischen mit dem Glasfaser-Ausbau für insgesamt sieben Millionen Wohneinheiten beauftragt. Der Bedarf ist groß: Mehrparteienhäuser stellen einen Großteil des deutschen Wohnungsbestands, ihre Erschließung gilt aber als deutlich anspruchsvoller als bei Ein- und Zweifamilienhäusern, weil Eigentümer, Verwaltungen, Bewohner, Netzplanung und Bau eng zusammenarbeiten müssen. Branchenschätzungen zufolge war Ende 2025 noch ein Großteil der Wohnungen in deutschen Mehrfamilienhäusern ohne Glasfaser-Anschluss. Die Telekom entwickelt deshalb gemeinsam mit der Immobilienwirtschaft Lösungen, die den Ausbau größerer Bestände planbarer und effizienter machen.

„Sieben Millionen beauftragte Wohnungen zeigen, dass die Immobilienwirtschaft den Glasfaser-Ausbau aktiv voranbringen will. Jetzt kommt es darauf an, diese Aufträge zügig in gebaute und nutzbare Anschlüsse umzusetzen“, sagt Jean-Pascal Roux, Leiter Fiber Reichweite. „Glasfaser darf keine Frage der Wohnform sein. Menschen in Mehrfamilienhäusern und im sozialen Wohnungsbau brauchen den gleichen Zugang zur digitalen Infrastruktur wie Bewohner von Einfamilienhäusern.“

Offenes Telekom-Netz schafft Wahlmöglichkeiten

Ein wichtiges Argument für die Zusammenarbeit mit der Telekom ist die langfristige Unabhängigkeit der Immobilie. Die Telekom stellt ihr Glasfaser-Netz, wie bereits ihr DSL-Netz, auch anderen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung. Rund 45 nationale und regionale Anbieter nutzen das Telekom-Netz als Wholesale-Partner für ihre eigenen Produkte und Tarife.

Für Bewohner bedeutet das: Der Glasfaser-Anschluss legt sie nicht auf die Telekom als Anbieter fest. Sie können ihren Anbieter wechseln und zwischen unterschiedlichen Marken, Tarifen und Leistungen wählen. Für Eigentümer, Wohnungsunternehmen, Projektentwickler und Verwalter verhindert ein solch offenes Netz ein dauerhaftes Anbieter-Monopol im Gebäude und ermöglicht stattdessen langfristig Flexibilität bei der Versorgung ihrer Immobilien.

„Das Upgrade auf Glasfaser modernisiert die technische Lebensader eines Gebäudes. Gleichzeitig muss die Anbieterwahl erhalten bleiben“, sagt Roux. „Mit jeder Straße, jedem Haus und jeder Wohnung, die wir erschließen, wächst deshalb nicht nur unser Netz. Es wächst zugleich der erreichbare Markt für andere Telekommunikationsanbieter. Davon profitieren Wettbewerb und Verbraucher.“

Verlässliche Regeln und standardisierte Prozesse erleichtern den Ausbau

Gerade bei großen Immobilienbeständen braucht der Glasfaser-Ausbau neben leistungsfähiger Technik verlässliche und reproduzierbare Prozesse. Die Telekom hat deshalb mit Verbänden der Immobilienwirtschaft Rahmenvereinbarungen und Musterregelungen entwickelt. Sie geben Wohnungsunternehmen, Eigentümern und Verwaltungen einen verlässlichen, rechtssicheren Rahmen für Planung, Bau und Betrieb der neuen Infrastruktur.

Vereinheitlichte Abläufe erleichtern die Abstimmung zwischen Eigentümern, Wohnungsunternehmen, Verwaltungen und Netzbetreibern. Sie reduzieren wiederkehrenden Aufwand und beschleunigen so größere Ausbauvorhaben.

Ergänzend arbeitet die Telekom bundesweit für den Ausbau in gut 50 Kooperationen mit regionalen Netzbetreibern, Stadtwerken und weiteren Infrastrukturpartnern zusammen. Anders als die Wholesale-Partner bauen sie zum Beispiel das Netz vor Ort mit auf. Dabei werden die jeweiligen Stärken verbunden: Regionale Partner können die Infrastruktur vor Ort errichten, während die Telekom im Rahmen entsprechender Kooperationsmodelle den offenen Netzbetrieb ermöglicht. So können neben dem regionalen Partner und der Telekom auch weitere Anbieter ihre Produkte und Tarife über die jeweilige Glasfaser-Infrastruktur anbieten.

Investitionen verlagern den Schwerpunkt bis in die Wohnung

Die Telekom verstärkt ihren Glasfaser-Ausbau weiter. In den kommenden drei Jahren investiert das Unternehmen weitere 800 Millionen Euro in den Glasfaser-Ausbau, zusätzlich zu den ohnehin geplanten Milliardeninvestitionen. Zugleich verschiebt sich der Schwerpunkt: Nicht allein die Zahl der erschlossenen Straßen und Gebäude zählt, sondern der tatsächlich nutzbare Glasfaser-Anschluss bis in die Wohnung.

„Die sieben Millionen Wohnungen sind für uns kein Grund, sich zurückzulehnen – im Gegenteil“, sagt Roux. „Sie zeigen, welche Verantwortung, aber auch welches Potenzial jetzt vor uns liegt. Unser Ziel ist, gemeinsam mit der Immobilienwirtschaft aus Aufträgen Anschlüsse zu machen. Jeder zusätzliche Glasfaser-Anschluss bringt uns dabei einem einfachen Ziel näher: digitale Infrastruktur und freie Anbieterwahl für alle – unabhängig davon, in welchem Haus jemand wohnt.“

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