Nach der Verlegung von mehr als 1.000 Kilometer Glasfaserkabel, davon rund 160 Kilometer im Tiefbau, und der Errichtung von 122 neuen Glasfaser-Netzverteilern ist es vollbracht: Der offizielle Abschluss der interkommunalen Zusammenarbeit wurde jetzt in der Festhalle von Murrhardt gefeiert. Armin Mößner, Bürgermeister von Murrhardt, sagt: „Für uns alle ist das ein Quantensprung. Hohes Tempo im Internet ist ein digitaler Standortvorteil, nicht nur für Gewerbetreibende, sondern auch für unsere Teilorte, Weiler und Wohnplätze für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Glasfaser ist die Voraussetzung, um unsere Stadt und die Region für alle Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu machen. Deshalb freue ich mich besonders, dass das interkommunale Ausbauprojekt Schwäbischer Wald umgesetzt werden konnte.“ Und ergänzt: „Und nun auch die Kernstadt von Murrhardt in einem weiteren Projekt mit Glasfaser erschlossen wird.“
Dank des geförderten Ausbaus können in der Stadt Murrhardt und den Gemeinden Althütte, Großerlach und Sulzbach über 4.300 Haushalte und Gewerbe sowie 14 Schulen einen Glasfaseranschluss der Telekom nutzen.
Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Dabei standen die Vorzeichen anfangs nicht gut. Sabine Wittlinger, Partnermangerin der Telekom, erinnert sich: „Aus unserer Sicht war das Projekt damals zunächst nicht wirtschaftlich darstellbar – auch gefördert nicht. Wir hatten in dieser Zeit die ersten Gespräche mit der Region Stuttgart zum gemeinsamen Programm. Und ich erinnere mich gut, wie sehr sich der damalige Landrat Dr. Sigel für das Projekt IKZ Murrhardt stark gemacht hat.“
Nach Anpassungen am Projekt und einer Neuausschreibung bewarb sich die Telekom – und erhielt den Zuschlag. „So ist dieses Projekt eines der ersten Resultate des gemeinsamen regionsweiten Programms der Telekom mit der Gigabit Region Stuttgart“, erläutert Sabine Wittlinger.
Landrat Dr. Richard Sigel, der Vorsitzende des Zweckverbands Breitbandausbau Rems-Murr sagt: „Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Der Zusammenschluss der Kommunen zeigt Mut und Weitsicht, um Infrastruktur für kommende Generationen zu schaffen. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit über den Rahmenvertrag mit der Gigabit Region Stuttgart hat sich bewährt. Wir freuen uns, dass der Glasfaserausbau im Rems-Murr-Kreis in hohem Tempo weitergeht.“
Umsetzung mit Hindernissen
Am 16. Dezember 2021 startete das Projekt in mit dem Spatenstich in Großerlach – bei bitterkalten Temperaturen. In 2022 ging es weiter mit den Spatenstichen in Murrhardt im Juli sowie in Althütte und Sulzbach im September.
„Ein solches Projekt verläuft selten geradlinig. Es gibt technische Herausforderungen, zusätzliche Adressen, Nachträge und Situationen, in denen gemeinsam nach Lösungen gesucht werden muss“, ruft Wittlinger in Erinnerung. „Ich entsinne mich noch gut an die Herausforderung der Spülbohrung in der Vorderwestermurr im Jahr 2025.“
Auch deshalb hat die Umsetzung des Projekts länger gedauert als ursprünglich vorgesehen. Im Juni 2026 wurde mit der Inbetriebnahme des letzten Netzverteilers in Murrhardt-Unterneustetten der letzte Verteilerkreis angebunden. Das geförderte Netz ist damit weitgehend fertiggestellt.
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Über 1.000 km Glasfaser wurden seither verlegt. Jetzt ist das Ausbauprojekt nahezu abgeschlossen. © Deutsche Telekom AG
Wittlinger betont: „Breitbandausbau braucht Ausdauer. Nicht jede Herausforderung lässt sich sofort lösen. Mit verlässlicher Abstimmung, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Blick auf das Ziel können jedoch auch komplexe Infrastrukturvorhaben gelingen. Der Erfolg dieses Projekts ist deshalb ein gemeinsamer Erfolg.“ Und sie ergänzt: „Wir haben im Rems-Murr-Kreis insgesamt bereits sehr viel erreicht. Über 78.000 Haushalte und Unternehmen im Landkreis können mittlerweile einen Glasfaseranschluss der Telekom nutzen. Neben unserem Eigenausbau erschließen wir im Landkreis auch in diesem Jahr weitere Adressen im geförderten Ausbau.“
Matthias Gauger, Leiter Technik bei der Gigabit Region Stuttgart GmbH (GRS) betont: „Wir begrüßen es, dass unser Vertragspartner Deutsche Telekom neben dem umfangreichen eigenwirtschaftlichen Ausbau in der Region auch im geförderten Ausbau weitere Haushalte erschließt. So kommen wir der flächendeckenden Glasfaserversorgung im Rems-Murr-Kreis wieder ein gutes Stück näher.“
Versorgungslücken schließen, Digitalisierung ermöglichen
Die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Murrhardt, Althütte, Großerlach und Sulzbach wurde vom Bund mit einer Förderquote von 50 Prozent und vom Land mit einer Förderquote von 40 Prozent unterstützt. Das interkommunale Ausbauvorhaben wurde mit einer Fördersumme von rund 6,6 Millionen Euro unterstützt. Das neue Glasfasernetz ermöglicht deutlich höhere Geschwindigkeiten bis 1.000 Megabit pro Sekunde.
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Die Meilensteine des interkommunalen Glasfaser-Projekts. © Deutsche Telekom
„Es bleibt eine wichtige Aufgabe, bestehende Versorgungslücken zu schließen und den Menschen und Unternehmen in den bislang unterversorgten Bereichen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur zu ermöglichen. Gerade dort, wo bislang weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung stehen, ist der Glasfaserausbau ein wichtiger Schritt hin zu einer zeitgemäßen und zukunftssicheren Versorgung. Davon profitieren nicht nur die ansässigen Betriebe, sondern ebenso die privaten Haushalte“, sagt Michael Murer, Technischer Leiter des Zweckverbands Breitbandausbau Rems-Murr.