RF-Sensorpartner sind Vorpal aus Israel und Senhive aus Belgien. Bei internen Ver-gleichstests haben die Sensoren der Hersteller am Besten abgeschnitten. Je nach Gelände, Anforderungen und Schutzbedarf des Kunden bindet die Telekom zusätzlich Video-, Audio-, Remote ID-Sensoren oder Drohnen-Radar ein. Künftig sollen 5G- und 6G-Mobilfunk Drohnen erkennen. Die Telekom ist hier Wissenschafts-Partner von Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr und Bundesforschungsministerium.
Kunden sind Flughäfen, Städte, Industrie und der Verteidigungssektor
Die Telekom hat während der EM 2024 Fußballspiele sowie weitere Sportevents und Konzerte gegen Drohnenflüge abgesichert. Kunden sind zudem Flughäfen, Städte, Unternehmen oder Liegenschaften von Streitkräften. Aus Sicherheitsgründen darf der Konzern keine konkreten Angaben zu Kunden und Umfang der Aufträge machen.
Ferri Abolhassan, Vorstandsmitglied für T-Systems und CEO T-Systems, sagt: „Die Bedrohung durch Drohnen ist leider real. Deswegen müssen wir jetzt reagieren und Bürgerinnen und Bürger sowie kritische Infrastruktur schützen. Die Technologien zur Erkennung und Abwehr sind da und bereits im Einsatz erprobt. Entscheidend ist, sie gemeinsam mit starken Partnern schnell zu einem sicheren, skalierbaren und wirk-samen Gesamtsystem zu verbinden. Die Deutsche Telekom hat die Technologie, die Kompetenz und den Anspruch, einen zentralen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands zu übernehmen.“
Passive Sensoren besonders für Funkmasten und in Städten geeignet
Die von der Telekom bei Kunden eingesetzten RF-Sensoren arbeiten passiv. Sie senden kein aktives Suchsignal aus. Daher lassen sie sich auch an Funkmasten in-stallieren, weil sie sensible Mobilfunktechnik nicht stören. Hoch an Funkmasten oder auf hohen Gebäuden angebrachte RF-Sensoren haben sich nach Kunden-Erfahrungen der Telekom gerade in Stadtgebieten mit dichter Bebauung bewährt. Gleichzeitig ist das System mandantenfähig. Verschiedene Kunden mit kritischen Infrastrukturen (KRITIS), etwa in einem Stadtgebiet, können die Sensoren gemein-sam nutzen. Jeder Kunde hat seinen eigenen Zugang zum System.
Einfache Integration in zentrale Command & Control Systeme
Die RF-Sensoren lassen sich in kurzer Zeit flexibel in nahezu jede zentrale Command & Control (C2)-Software integrieren. C2-Software sorgt für das Zusammenspiel von Detektion und Abwehrmaßnahmen. Dank standardisierter Schnittstellen und offener Integrationskonzepte kann die Telekom Sensoren nahtlos in bestehende Führungs- und Lage-Informationssysteme der Kunden einbinden. Dies ermöglicht eine schnelle Analyse der Sensordaten und Lage-Entscheidungen von Sicherheitskräften bei Drohnenvorfällen.
Drohnenabwehr mit Partnern
Für die Abwehr von Drohnen arbeitet die Telekom mit Partnern zusammen. Das Un-ternehmen hat eine Kooperation mit Rheinmetall geschlossen. Der Konzern will wei-tere Anbieter und Technologien im Bereich Abwehr einbinden. Für Detektion und Ab-wehr kooperiert die Telekom je nach Schutzszenario, technologischer Anforderung und Kundenbedarf bereits mit marktführenden Unternehmen. Beispiele sind Quan-tum Systems, HENSOLDT, Proximus oder die DFS.
Hochsichere Vernetzung und Priorität für Sensordaten
Präzise Detektion ist die Basis für erfolgreiche Abwehr. Für die Detektion von Pilot und Drohne müssen Sensoren ihre Daten hochsicher und ohne Zeitverzug selbst im Krisenfall senden. Die Telekom kann Sensoren daher mit Priorität über LAN, Richt- oder Mobilfunk anbinden. Im Mobilfunk heißt das technische Verfahren Network Sli-cing. Es reserviert Netzleistung. Missionskritische Daten zwischen Sensor und Ser-ver erhalten dazu eine eigene Spur im mobilen Netzverkehr. Die Technik ist bereits heute als BOS-Spur Teil des T-Mission-Angebots an die Sicherheitsbehörden.
KRITIS-Dachgesetz treibt Schutzmaßnahmen gegen Drohnen
Kritische Infrastrukturen – darunter Energieversorger, Wasserwerke, Telekommuni-kationsanlagen, Krankenhäuser, Verkehrsknotenpunkte oder Industrieanlagen – bil-den das Rückgrat einer funktionierenden Gesellschaft. Ihr Ausfall oder ihre Beein-trächtigung kann erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit, die Wirt-schaft und die Versorgung der Bevölkerung haben.
Vor diesem Hintergrund verpflichten nationale und europäische Regelwerke Betrei-ber, angemessene Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Einrichtungen zu tref-fen. Das KRITIS-Dachgesetz etwa verpflichtet sie zur Analyse aller relevanten Be-drohungen. Ergibt sich ein Risko für die Resilienz der Anlage durch Drohnen, müssen Betreiber angemessene Maßnahmen ergreifen.
Partnerschaft mit Rheinmetall
Die aktuelle geopolitische Lage rückt den Schutz kritischer Infrastrukturen in den Fo-kus. Daher bündeln die Telekom und Rheinmetall ihre Kompetenzen. Ziel der Partner ist es, Fähigkeiten und Technologien gegen vielfältige Angriffsmöglichkeiten auf KRI-TIS-Standorte zu entwickeln, ein sogenannter Multi-Threat-Protection-Ansatz. Er um-fasst Technologien für die Cybersicherheit sowie den physischen Schutz etwa von Liegenschaften – auch Perimeter-Sicherheit genannt. Details der Zusammenarbeit wollen die Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
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