Vom Werk auf den Zug: künftig kann auch dieser Schritt in der Fahrzeuglogistik automatisiert ablaufen. Bei Audi in Ingolstadt ist es erstmals gelungen, Fahrzeuge automatisiert auf Eisenbahnwaggons zu fahren und wieder zu entladen. Möglich wird das durch das Zusammenspiel der Automatisierungslösung des finnischen Software-Experten Unikie mit der Konnektivität und digitalen Infrastruktur der Telekom.
Die Partner arbeiten im Forschungsprojekt AutoLog an automatisierten Fahrzeugbewegungen unter realen Bedingungen. Im Volkswagen-Hafen von Emden zeigten sie, wie die Arbeitsabläufe auf Automobilterminals automatisierter und effizienter werden können. Die Demonstration im Audi-Werk in Ingolstadt erweitert diesen Ansatz nun um einen zentralen Prozessschritt in der Fahrzeuglogistik: die automatisierte Verladung auf die Schiene. Das Be- und Entladen von Zügen gilt als besonders anspruchsvoll, weil Fahrzeuge auf engem Raum präzise gesteuert und positioniert werden müssen.
Schiene als wichtiger Teil der Logistikkette
Die Schiene spielt eine zentrale Rolle in der europäischen Fahrzeuglogistik. Im Volkswagen Konzern werden rund 70 Prozent der fertig produzierten Neufahrzeuge per Bahn transportiert. Gleichzeitig sind viele Abläufe entlang dieser Transportkette noch von manuellen Fahrten und Übergaben geprägt. Automatisierung kann diese Prozesse effizienter machen und stärker durchgängige Logistikabläufe ermöglichen.
Die Telekom stellt die digitale Infrastruktur bereit, über die Fahrzeuge und Steuerungssystem miteinander kommunizieren. Dazu gehören die Mobilfunkanbindung über das 5G-Netz, SIM-Karten in den Fahrzeugen, Edge-Cloud-Infrastruktur der Telekom für die schnelle Bereitstellung und Verarbeitung der Daten sowie die Systemintegration der Unikie-Lösung. Durch die Industrial Grade Connectivity, bestehend aus der Kombination von Mobilfunk und Glasfaser-Backbone, werden die Daten sicher und mit sehr geringer Latenz übertragen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um Fahrzeuge zuverlässig zu steuern.
Unikie liefert mit seiner Marshalling Solution das System für die automatisierte Fahrzeugsteuerung. Externe LiDAR-Sensoren („Light imaging, detection and ranging“) erfassen dabei die Umgebung und liefern die Informationen, auf deren Basis die Fahrzeuge auch auf engem Raum präzise manövriert werden können.
Vom Hafen auf die Schiene
„Automatisiertes Fahren kann in der Fahrzeuglogistik zum Gamechanger werden. Wenn wir die Fahrzeuglogistik durchgängig automatisieren wollen, müssen Fahrzeuge auch zwischen Produktion, Logistikflächen, Häfen und Transportmitteln zuverlässig bewegt werden können. Dafür verbinden wir die Automatisierungstechnologie von Unikie mit der Konnektivität und digitalen Infrastruktur der Telekom“, sagt Enno Borchers, Industry Partner Automotive bei der Telekom.
„In Ingolstadt ist es Unikie gelungen, mit der Unikie Marshalling Solution Fahrzeuge automatisiert auf Güterzüge zu verladen. Das ist eine der anspruchsvollsten Anwendungen in der Fahrzeuglogistik und bietet großes Potenzial, Prozesse weiter zu optimieren. Das ist ein großer Erfolg für uns der zeigt, dass die Lösung für den industriellen Einsatz bereit ist“, sagt Vesa Kiviranta, CBO Automotive & Marshalling Solutions bei Unikie.
„Was wir hier in Ingolstadt gesehen haben, zeigt, wie viel Innovationskraft in unserer Logistikkette steckt - sowohl bei Audi als auch im gesamten Volkswagen Konzern. Die Erkenntnisse, die wir hier gemeinsam mit den beteiligten Partnern gewonnen haben, helfen uns, unsere Supply Chain noch digitaler, effizienter und resilienter zu gestalten“, sagt Thomas Gensberger, Leiter Supply Chain Steering O2D bei Audi.
Auf der InnoTrans vom 22.-25. September in der Messe Berlin können Sie mehr über die Partnerschaft mit Unikie und zum AutoLog-Projekt erfahren. Besuchen Sie uns am Telekom-Stand 210 in der Halle 2.1.
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