Der Telekom Equipment Exchange (TEE) ermöglicht es allen Ländergesellschaften (NatCos), überschüssige oder nicht mehr benötigte Netzwerkgeräte zentral anzubieten, gezielt zu suchen und innerhalb der Organisation weiterzuverwenden.
Ein konkretes Beispiel zeigt, es funktioniert: Ein kritisches Altsystem meldete an einem Freitag einen Fehler. Statt lange auf neue Ersatzteile zu warten, wurde über TEE ein passendes Teil in einer anderen NatCo gefunden und unmittelbar geliefert. So konnten Ausfallzeiten vermieden und das Netz stabil gehalten werden. Dieser Ansatz stärkt nicht nur die Betriebsfähigkeit kritischer Netze, sondern auch unsere technische Souveränität. Denn bei Technologien, deren Ersatzteile kaum noch produziert werden, sorgt die Wiederverwendung über interne Netzwerke für eine sichere Versorgung und stärkt die Zukunftsfähigkeit unseres Netzes.
TEE wurde von Group Technology gemeinsam mit DT Technik und GNT entwickelt. Auch alle DT-NatCos waren eingebunden. Zunächst entstand ein Prozess für den Austausch von Komponenten, der anschließend um Abläufe für Tests, Logistik und Zoll ergänzt wurde. Danach kam die digitale Lösung hinzu: Sie schafft zentrale Transparenz über verfügbare Bestände und soll E-Mail-Abfragen ersetzen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wichtig und erfolgreich bereichsübergreifende und internationale Zusammenarbeit sein kann.
So hat Österreich Ciena Einheiten nach Polen transferiert – Geräte, die nicht mehr im Einsatz waren, aber anderswo sofort gebraucht wurden. Griechenland hat gebrauchte Ericsson Geräte für einen verantwortungsvollen externen Weiterverkauf gelistet und verkauft. Oder die Slowakei und Nordmazedonien haben generalüberholte Nokia-Leitkarten bezogen und schnell in Betrieb genommen.
„Mit Telekom Equipment Exchange nutzen wir erstmals unsere wahre Größe und machen versteckte Geräte sichtbar und teilbar über alle NatCos hinweg. Das stärkt unsere Widerstandsfähigkeit – und stellt sicher, dass wir schneller auf Nachfrage, Engpässe oder sogar Krisen reagieren können“, erklärt Arash Ashouriha, Group Technology Officer.
Kosteneffizienz und Klimaneutralität
Traditionell wurden Netzwerkteile oft extern verkauft oder verwertet, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden. Heute prüft und bereitet die Telekom funktionierende Geräte auf, um sie intern wiederzuverwenden. Das spart Ressourcen und unterstützt unsere Ziele für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bis 2030 wollen wir fast alle IT- und Netzwerkteile kreislauffähig machen. So können wir Kosten sparen und unsere Klimaneutralitätsziele unterstützen.
Denn abhängig von der jeweiligen Netzwerkkomponente kostet wiederverwendete Netzwerktechnik bis zu 80 Prozent weniger als der Neukauf. Dies senkt die Beschaffungskosten erheblich. Dabei entsteht eine Win-Win-Situation: Abgebende Einheiten erzielen Erlöse und reduzieren Elektroschrott, während aufnehmende Teams von geringeren Ausgaben profitieren. Außerdem reduziert die Wiederverwendung den CO2-Ausstoß des Unternehmens deutlich – denn die Herstellung ist der größte Umweltfaktor. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zu klimafreundlichen Prozessen.
Trotz der Vorteile müssen noch einige Abläufe und Mechanismen optimiert sowie, rechtliche und regulatorische Fragen oder Aufwände für Lizenzen und Wartung geklärt werden. Auch eine sorgfältige Dokumentation und Prüfung der Kompatibilitätsdaten sind entscheidend für eine nachhaltige Nutzung.
Kreislaufwirtschaft als Wettbewerbsvorteil
Klar ist, die Wiederverwendung von Netzwerktechnik ist mehr als nur eine Kostenfrage. Sie verändert das Verständnis von Technologie: Weg vom Wegwerfartikel hin zu einem wertvollen Wirtschaftsgut mit Kreislaufcharakter. So sichert die Telekom nicht nur ihre digitale Infrastruktur effizient und nachhaltig, sondern verbindet Ökologie mit Ökonomie – und schafft damit einen echten Wettbewerbsvorteil für die Zukunft.