Schadsoftware erkennen und loswerden
Kriminelle finden immer raffiniertere Methoden, um Computer mit Viren, Trojanern und anderen PC-Schädlingen zu infizieren. Was können Sie tun, wenn Sie einen Befall mit Schadsoftware vermuten?
Ziehen Sie immer Ihren eigenen installierten Anti-Virenscanner zu Rate. So besteht nicht die Gefahr auf Scareware hereinzufallen. Solche meldet zum Beispiel vermeintliche Virenfunde in Browser-Fenstern und drängt auf das Herunterladen weiterer Software – gegen Geld. Eine weitere Täuschungsmethode sind einfache Erpresser-E-Mails, in denen behauptet wird, der Rechner sei infiziert.
Besteht der Verdacht, dass Ransomware Ihren PC befallen hat, zum Beispiel weil sich Word-Dokumente nicht mehr öffnen lassen, die Dateiendungen bekannter Dateien nicht mehr stimmen und/oder ein Erpresserschreiben in Form einer Text-Datei auf Ihrem Desktop liegt, sollten Sie Folgendes unbedingt beachten:
Je nach Ransomware-Variante, kann es sein, dass Ihr PC automatisch neugestartet wurde und nur eine Text-Nachricht über die Erpressung erscheint, aber kein Betriebssystem mehr erreichbar ist. Genauso gut kann es sein, dass nur bestimmte Dateitypen (z. B. Word- oder Excel-Dokumente) verschlüsselt worden sind.
In dem Fall, dass nur einige Dateitypen verschlüsselt wurden, versuchen Sie noch geöffnete wichtige Dokumente unter einer anderen Dateiendung lokal zu speichern (z. B. als „DokumentXY.meins“), um einer möglichen Verschlüsselung zu entgehen.
In jedem Fall sollten Sie einen Experten konsultieren, um einen möglichen weiteren Datenverlust zu minimieren. In einigen Fällen lässt sich mit Hilfe digitaler Forensik noch etwas retten. Für bestimmte Ransomware-Familien existieren auch sogenannte Dekryptoren, mit denen sich die Verschlüsselung wieder umkehren lässt.
In den meisten Fällen sind die Daten jedoch unwiederbringlich verloren. Deswegen ist es wichtig, für diesen Fall vorzusorgen und täglich wichtige Daten auf externen Datenträgern zu speichern.
Wie Sie die Infektion eines Computers beseitigen, ist stark vom Typ der Schadsoftware abhängig. Um sicher zu sein, dass alle Spuren der Schadsoftware restlos entfernt wurden, hilft nur eine komplette Neuinstallation Ihres Systems. Mit einer guten Backup-Strategie ist das einfacher als es klingt.
Viele Hersteller von Antiviren-Lösungen bieten kostenlos Rettungs-CDs zum Download an. Diese enthalten in der Regel ein separates Betriebssystem sowie Werkzeuge, mit denen der Computer untersucht wird:
Wurde Schadsoftware von Ihrem Computer entfernt, entnehmen Sie die Wiederherstellungs-CD bzw. den USB-Stick und führen Sie einen Neustart Ihres PCs aus. Zur Sicherheit sollten Sie abschließend noch einmal einen vollständigen Virenscan ausführen, um mögliche weitere Schadsoftware zu finden.
Auf das Aufspüren von Trojanern und Spionageprogrammen ist beispielsweise das Programm Malwarebytes Anti-Malware spezialisiert. Es wird oft empfohlen und ist in einer kostenlosen Variante verfügbar. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr PC von einem Trojaner infiziert wurde, kann Malwarebytes Anti-Malware die Schadsoftware möglicherweise identifizieren und entfernen.
Bei wirklich kritischen Schadsoftware-Varianten, die Daten ausspionieren und/oder einem Angreifer Zugang zum PC gewähren, sollte man auf Nummer sicher gehen und eine Neuinstallation des Betriebssystems vornehmen. Während der Neuinstallation werden alle auf dem System gespeicherten Daten gelöscht. Genau deswegen ist es wichtig, seine Daten regelmäßig zu sichern. Denn ein aktuelles Back-up minimiert den Datenverlust im Falle einer Neuinstallation.
Bedenken Sie, dass Schadsoftware, die Zugriff auf Ihr System hatte, möglicherweise auch persönliche Daten wie Passwörter, Bankdaten und Kontakte eingesammelt hat. Ändern Sie daher unbedingt Ihre Zugangsdaten (Passwörter) aller auf dem betroffenen PC gespeicherten oder im Zeitraum der Infektion eingegebenen Zugänge. Auch sollten Sie Ihre Kontobewegungen im Auge behalten, um rechtzeitig reagieren zu können.