Unternehmen müssten deshalb mögliche Angriffe stärker in die Entwicklung ihrer Systeme einbeziehen. Anderl brachte das Ziel auf eine kurze Formel: „Denn die Sicherheit schützt die Normalität.“ Geschützt werden müssten unter anderem Kommunikation, Energieversorgung, Produktion und Verwaltung. Die T-Systems-Geschäftsführerin setzt als Antwort auf souveräne Infrastruktur, offene Partnerschaften und einen stärkeren Fokus auf den laufenden Betrieb. „Wir brauchen die richtige Infrastruktur, wir brauchen eine souveräne Infrastruktur und wir müssen wieder mehr über Run sprechen dürfen“, sagte Anderl. „Run“ bezeichnet den Betrieb der Systeme; also den Punkt, an dem sich erweist, ob Technologie verlässlich funktioniert. „Das ist dann der Realitätscheck“, sagte Anderl. Eine Innovation werde erst dann zur richtigen Innovation, wenn auch der Betrieb „immer, jeden Tag“ laufe. Ein weiterer Ansatzpunkt sei die bessere Vernetzung europäischer Systeme. Unterschiedliche Sicherheitsanforderungen und fehlende gemeinsame Schnittstellen könnten die Zusammenarbeit gerade im Ernstfall erschweren. Michel forderte deshalb Schnittstellen, die nicht nur technisch funktionierten, sondern auch von den beteiligten Staaten zertifiziert seien. Souveränität bedeute dabei nicht, jede Technologie selbst zu entwickeln. Entscheidend sei vielmehr, Abhängigkeiten so zu kontrollieren, dass sie nicht zur Handlungsunfähigkeit führten.
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